JDC Group AG: Profiteur der Markttrends - Vorstandsinterview

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Anlässlich der Fertigstellung und Veröffentlichung der „allesmeins“-App hat der GBC-Analyst Cosmin Filker mit dem Unternehmensvorstand der JDC Group AG, Ralph Konrad, über die Potenziale und damit über die künftige Entwicklung der JDC Group AG gesprochen.

GBC AG: Herr Konrad, mit der Veröffentlichung der „allemeins“-App erhalten die Anwender die Möglichkeit eines schnellen Überblicks über die eigene Versicherungs- und Vermögenssituation. Welchen Vorteil haben die Kunden beim Einsatz dieses digitalen Finanzmanagers? 

Ralph Konrad: Mit „allesmeins“ erhalten Kunden erstmals einen vollständigen und digitalen Überblick über Ihre Versicherungssituation. Alle Verträge und Policen sind immer aktuell „am Mann“. Wir digitalisieren sämtliche Versicherungsdokumente des Kunden und stellen diese den Kunden per App zur Verfügung. Die App ist für den Kunden völlig kostenlos und refinanziert sich aus den Betreuungsprovisionen für die verwalteten Verträge. Der wesentliche Vorteil gegenüber anderen Anbietern ist aber, dass der Kunde nicht nur der Technik vertrauen muss, sondern seinen Berater behält, zu dem er zum Teil ein sehr langes Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Mit allesmeins ist er nur „einen Klick“ von seinem Berater entfernt. 

JDC Group AG Aktie

JDC Group AG Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

GBC AG: Wie profitiert die JDC Group AG von der Nutzung der „allesmeins“-App? 

Ralph Konrad: Für alle Versicherungsverträge, die über die JDC Group verwaltet werden, zahlen die Versicherungsgesellschaften Betreuungsprovisionen. Das sind im Schnitt über alle Sparten hinweg rund 30 Euro pro Vertrag und Jahr. Um einen vollständigen Überblick über all seine Verträge zu erhalten, muss der allesmeins-Kunde auch alle Verträge an uns übertragen. Diese Vertragsübertragung lässt sich per App sehr einfach umsetzen und dauert nur zwei Klicks. Damit erhöhen sich bei der JDC die Vertragsanzahl je Kunde und folglich auch der Umsatz aus Betreuungsprovisionen. Da die meisten Makler in der Vergangenheit ihr Geschäft auf viele Anbieter wie JDC verteilt haben und noch dazu der Endkunde oft mehrere Berater hat, hat JDC, wie alle anderen Maklerpools, im Schnitt nur wenige Verträge pro Kunde. Damit werden nur 20 % der Verträge unserer Endkunden bei uns verwaltet. Dieser Anteil wird mit allesmeins deutlich zulegen. Bei einem Kunden, der allesmeins nutzt, werden wir dann 100% seiner Verträge verwalten und damit können wir rund fünfmal so viel Betreuungsprovision generieren, als zuvor. Wir erwarten daher, dass unsere Einnahmen aus Betreuungsprovisionen signifikant steigen werden. 

GBC AG: Was bedeutet der verstärkte Einsatz von Fintech-Lösungen für die angeschlossenen Makler innerhalb des JDC-Maklerpools? 

Ralph Konrad: Makler haben die gleichen Vorteile wie JDC auch. Bisher war die Übertragung von Verträgen ein sehr aufwändiger und papierbehafteter Prozess. Vor allem musste der Makler die notwendigen Arbeiten erledigen. Mit allesmeins wird das alles viel leichter. Der Makler schaltet über unsere Berater-App seine Kunden frei. Der Kunde erneuert mit digitaler Unterschrift über allesmeins auf dem Handy sein Maklermandat und überträgt mit zwei Klicks seine Verträge. Beim Berater erhöht sich dadurch die Anzahl der Verträge pro Kunde und folglich, ohne selbst aktiv werden zu müssen, auch sein Umsatz. Durch den besseren Überblick ist auch eine bedarfsgerechtere Beratung möglich. Am Ende resultiert eine für beide Seiten engere und gewinnbringendere Kundenbindung. 

GBC AG: Der Erfolg einer App hängt grundsätzlich von den Nutzerzahlen sowie von den Marketingbudgets der Entwickler ab. Welche Maßnahmen ergreift die JDC Group AG, um hohe Nutzerzahlen zu generieren? 

Ralph Konrad: Das stimmt! Und genau da liegt unser entscheidender Vorteil gegenüber den existierenden FinTech-Lösungen. Unternehmen wie Knip, GetSafe und Clark investieren Millionen Euro in Werbung, um direkt Kunden zu gewinnen. Ob das am Ende aufgeht, werden wir sehen. Wir sind da sehr skeptisch, da nach unserer Beobachtung die Kundengewinnungskosten inzwischen extrem hoch sind. Wir verbreiten hingegen allesmeins über unsere Makler. Die Makler haben die Vorteile sehr gut verstanden und es gibt ein überwältigendes Interesse an allesmeins. Schon zum Start haben sich rund 250 unserer 16.000 Makler für allesmeins registriert und die Zahl wächst täglich. Derzeit laufen die ersten Online-Schulungen, die sämtlich überbucht sind.  

Rechnen wir einmal gemeinsam: Ein Makler hat in der Regel 200 Kunden und mehr. Alleine bei den zum Start der App registrierten Maklern haben wir daher ein Kundenpotenzial von 50.000 und mehr. Das ist unser Goldstaub, der im Direktmarketing unbezahlbar wäre. Wir haben gute Chancen, die bestehenden FinTech-Unternehmen schnell zu überholen. 

GBC AG: Die JDC Group AG ist einer der führenden Maklerpools im Bereich der Finanzberatung in Deutschland. In den letzten Jahren hat diese Branche besonders unter der Verschärfung des regulatorischen Umfelds gelitten. Wie kann sich die JDC Group AG diesem Markttrend entziehen? 

Ralph Konrad: Diesem Markttrend kann sich keiner entziehen! Wir alle leiden unter immer neuen Regulierungen, neuen Dokumentationsanforderungen und sinkenden Provisionshöhen. Aber immer dann, wenn sich in Branchen die Rahmenbedingungen derart verschärfen, setzt ein Konsolidierungsprozess ein. Dieser Prozess ist im Finanzvertrieb in vollem Gange. Viele Einzelmakler scheiden aus dem Markt aus und viele kleinere Vertriebseinheiten können die Regulierungskosten nicht mehr schultern. Hiervon können wir profitieren. Als einer der Marktführer gewinnen wir dabei vermehrt Maklerunternehmen mit einem Umsatz von 1 bis 3 Mio. EUR, die ihr Gesamtgeschäft über JDC abwickeln und das eigene Backoffice streichen. Wir bekommen dadurch mehr Geschäft auf unsere Plattform und der Makler senkt und flexibilisiert seine Kosten, da wir uns nicht fix, sondern in Anteilen seiner Provision bezahlen lassen. Wir sind also der Profiteur der Regulierung.

GBC AG:  Welchen Vorteil hat ein Finanzmakler durch den Beitritt zum Maklerpool der JDC Group AG? 

Ralph Konrad: Nun, JDC ist zweifelsfrei ein zukunftssicherer und kapitalstarker Partner, bei dem der Makler wirklich alles bekommt, was er für sein Geschäft braucht – und das Ganze regulierungssicher und mit nur einer einzigen Anbindung. Mit allesmeins runden wir das Angebot für den Makler ab. Und wir werden zeitnah weitere AdvisorTechLösungen lancieren, die es unseren Maklern erlauben, die Kunden noch besser und umfassender zu beraten und damit mehr Einkommen zu generieren. Die JDC vereint Kapitalstärke, Abwicklungseffizienz und Innovation auf einzigartige Weise. 

GBC AG: Wir prognostizieren für die Geschäftsjahre 2016 und 2017 jeweils ein überproportionales Gewinnwachstum bei steigenden Umsätzen. Wie ist die aktuelle Lage? 

Ralph Konrad: Die vergangenen Jahre waren von Konzern-Strukturierungen und Unternehmensverkäufen geprägt, was sich auch in den Zahlen deutlich ablesen lässt. Wir haben nach Abschluss dieser Phase durch Wachstum und operative Verbesserungen schon in den Zahlen 2015 enorme Ergebnisverbesserungen gesehen, und diese Ergebnisverbesserungen wollen wir in den Jahren 2016 und 2017 fortschreiben.  

Die JDC wird in den kommenden beiden Jahren dynamisch wachsen – abhängig vom Erfolg von allesmeins vielleicht sogar sehr dynamisch. Es ist unser Ziel, das EBITDA in den kommenden beiden Jahren um rund 3 Mio. EUR pro Jahr zu verbessern, indem wir bei stabiler Kostenstruktur weiterwachsen. Wir wollen unser EBITDA möglichst bald in Richtung 10 Mio. EUR entwickeln. 

GBC AG: Herr Konrad, abschließend noch eine Frage für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont. Wo sehen Sie die JDC Group AG in fünf Jahren? 

Ralph Konrad: In fünf Jahren ist die Konsolidierung im Finanzvertriebsbereich aus heutiger Sicht weit fortgeschritten, vielleicht sogar abgeschlossen. JDC wird dann die marktführende Position ausgebaut sowie den Umsatz deutlich auf weit über 100 Mio. Euro gesteigert haben und kann zweistellige Umsatzrenditen erzielen. In den kommenden fünf Jahren werden wir zudem viele neue Beratungstechnologien rund um allesmeins entwickeln und wollen im Bereich AdvisorTech – als die Technologie für den Berater -  marktführend sein. Die nächsten fünf Jahre werden gute Jahre für JDC Group sein. 

GBC AG: Hr. Konrad, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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