MPH Mittelständische Pharma Holding AG: Hohe Gewinnerwartung für 2016 - Vorstandsinterview

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Nach der Vorlage vorläufiger Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 durch die MPH Mittelständische Pharma Holding AG hat der GBC-Analyst Cosmin Filker mit dem Unternehmensvorstand Dr. Christian Pahl über die Entwicklung 2015 sowie die künftigen Potenziale gesprochen.

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GBC AG: Hr. Dr. Pahl, mit einem Umsatz von 264 Mio. Euro wurde ein Wachstum von rund 20 Prozent erzielt. Was sind die maßgeblichen Faktoren, die zu diesem Erfolg geführt haben? 

Dr. Pahl: Die Beteiligungen HAEMATO AG und M1 Beauty AG konnten ihre Marktanteile ausbauen. Die Kundenzufriedenheit in diesen Bereichen kommt dadurch zur Ausdruck. 

GBC AG: Die MPH erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 87 Mio. Euro. Wie war dies möglich?  

Dr. Pahl: Die MPH hat sich in den letzten Jahren zu einer Investment Entity entwickelt. Anteile an HAEMATO wurden verkauft. Anteile an CR Capital Real Estate AG wurden gekauft. Die M1 Beauty AG wurde gegründet und als Marktführer in wichtigen Segmenten der ästhetischen Medizin und plastischen Chirurgie etabliert. Mit dem Jahresabschluss 2015 gehen wir über auf die Bilanzierung als Investment Entity nach IFRS 10. Der hohe Gewinn setzt sich aus drei Komponenten zusammen. 

Die erste Komponente ist das Ergebnis aus der Geschäftsentwicklung. Das Umsatzwachstum von rund 20 Prozent ist ein Ausdruck der Kundenzufriedenheit und der Steigerungen von Marktanteilen. Unsere Investments stehen in hohem Wettbewerb, dem sie durch eine stetige Fokussierung auf die Kunden begegnen. 

Die zweite Komponente ist die Hebung stiller Reserven. Wir wiesen bereits im Zwischenbericht 2015 auf die hohen Reserven im Aktienbestand hin. Mit dem Jahresbericht 2015 gehen wir den konsequenten Schritt der Umstellung auf die Bilanzierung als Investment Entity. Die Finanzanlagen in der MPH-Bilanz werden mit ihren Börsenkursen bewertet. Der Wert betrug am Jahresende rund 150 Mio. Euro. 

Die dritte Komponente ist die erfolgswirksame Entkonsolidierung von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter aus dem MPH-Konzerneigenkapital. In Vorjahren erzielte die MPH einen Gewinn von 16 Mio. Euro aus dem Verkauf von HAEMATO-Aktien, der im Rahmen der üblichen Vollkonsolidierung eines beherrschten Unternehmens nicht in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen werden durfte, sondern erfolgsneutral direkt im Eigenkapital zu buchen war. Im Konzerneigenkapital entstand der Ausweis von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter von 25,96 Mio. Euro. Der Gewinnbeitrag von 16 Mio. Euro aus der Entkonsolidierung nicht beherrschender Anteile ist periodenfremd. 

GBC AG: Welchen Gewinn erwarten Sie in 2016? 

Dr. Pahl: Wir gehen davon aus, dass der Gewinn auch in 2016 hoch ausfallen wird. Die operative Entwicklung in den Investments verläuft vielversprechend im ersten Quartal 2016. Da wäre es nur natürlich, wenn sich dies auch in den Aktienkursen widerspiegelt. 

GBC: Das Eigenkapital stieg auf rund 139 Mio. Euro. Die Investments waren am Jahresende 150 Mio. Euro wert. Wie hoch ist die Bilanzsumme und in welcher Höhe wird Fremdkapital genutzt? 

Dr. Pahl: Die Bilanzsumme der MPH beträgt rund 151 Mio. Euro. Das Fremdkapital beträgt rund 12 Mio. Euro. Davon sind rund 10 Mio. Euro zinstragende Bankverbindlichkeiten mit mittelfristigen Fälligkeiten und einer Zinsverpflichtung von rund 3,5 Prozent.  

GBC AG: Im Jahr 2009 betrug der Konzernumsatz noch 62 Mio. Euro und das Konzerneigenkapital 43 Mio. Euro. In den folgenden 6 Jahren stieg das Umsatzniveau auf 264 Mio. Euro und das Eigenkapital auf 139 Mio. Euro. Zudem haben Sie eine stetige Dividendenstrategie verfolgt. Welche Empfehlung sprechen Sie aus für den Dividendenbeschluss auf der nächsten Hauptversammlung?  

Dr. Pahl: Zunächst möchte ich erwähnen, dass die Gesellschaft im Jahr 2014 im Rahmen einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln sogenannte Berichtigungsaktien an die Aktionäre im Verhältnis 25:1 ausgab. Das Eigenkapital blieb in der Summe dadurch unverändert, da Rücklagen in Stammkapital gewandelt wurden. Dennoch konnten die Aktionäre dies positiv nutzen, da diese 1,6 Mio. Aktien mit Nennwert 1,6 Mio. Euro einen Marktwert von rund 5 Mio. Euro hatten. Darüber hinaus haben wir in den letzten 6 Jahren Dividenden in Höhe von 36 Mio. Euro an unsere Aktionäre ausgezahlt.  

Wir wissen aus Gesprächen mit Investoren, dass einerseits Dividendenzahlungen geschätzt werden. Andererseits vernehmen wir auch Investorenkommentare dahingehend, dass es besser wäre dieses Geld in der Gesellschaft arbeiten zu lassen, um den Unternehmenswert weiter zu steigern. Ich gehe davon aus, dass die Aktionäre weiterhin die Auszahlung einer Dividende beschließen werden. Im Gesundheitsmarkt bestehen jedoch auch weiterhin attraktive Investitionsmöglichkeiten. Insofern empfehle ich, dass die Gesellschaft stetig genügend Freiraum für Investitionen behält.  

GBC AG: Herr Dr. Pahl, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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