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STINAG - Stuttgart Invest AG: Immobiliensektor ist unterbewertet - Managementinterview

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Die GBC-Analysten Matthias Greiffenberger und Cosmin Filker haben mit Heike Barth, Vorstand der STINAG AG, über die Diskrepanz zwischen Unternehmenswert und Aktienkurs, die aktuellen Herausforderungen und die zukünftige Strategie gesprochen.

GBC AG: Frau Barth, die STINAG AG hat in letzter Zeit eine starke operative Leistung gezeigt, aber der Aktienkurs bleibt dennoch relativ niedrig. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptfaktoren, die zu dieser Diskrepanz beitragen?

Heike Barth: Vielen Dank für Ihre Frage. Die Diskrepanz zwischen unserer operativen Leistung, Ergebnis und Cash Flow sowie dem Wert des Immobilienportfolios im Vergleich zum Aktienkurs und somit auch der Marktkapitalisierung lässt sich vor allem auf zwei Hauptfaktoren zurückführen. Zum einen fallen wir unter die Kategorie „Small Cap-Unternehmen“, was bedeutet, dass wir im Vergleich zu großen Unternehmen weniger Aufmerksamkeit von Investoren und Analysten erhalten. Es ist zudem zu beachten, dass Small Cap-Unternehmen aktuell weniger im Fokus stehen, was die Marktbeurteilung betrifft. Diese Phase könnte sich jedoch jederzeit normalisieren, was zu einer deutlichen Aufwertung führen könnte und damit die Bewertungsabschläge in kürzester Zeit abbauen würde.

Momentan liegt unsere Marktkapitalisierung bei rund 190 Millionen Euro, was einen Abschlag von fast 70 % im Vergleich zum realen Wert unseres Portfolios von rund 600 Millionen Euro bedeutet. Zum anderen ist der Immobiliensektor, in dem wir tätig sind, nach wie vor unterbewertet. Trotz unserer soliden Projektentwicklungen und einem stabilen Cash Flow bleibt die Wahrnehmung des Marktes von Immobilienaktien derzeit eher verhalten, insbesondere aufgrund der aktuellen Marktlage und den jüngsten wirtschaftlichen Unsicherheiten.

GBC AG: Welche konkreten Schritte unternimmt Ihr Unternehmen, um das Vertrauen der Investoren zu stärken und die Lücke zwischen Marktbewertung und tatsächlicher Leistung zu schließen?

Heike Barth: Eine der wichtigsten Maßnahmen, die wir ergreifen, ist die Xetra-Notierung seit dem 3. Februar 2025. Dies wird uns dabei unterstützten, die Sichtbarkeit und Liquidität unserer Aktie zu erhöhen und verstärkt in den Fokus der Investoren zu rücken. Parallel dazu werden wir auch weiterhin intensiv mit Analysten kommunizieren und verstärkt an unserer Investor-Relations-Strategie arbeiten. Unser Ziel ist es, nicht nur unsere Finanz- und Ertragskennzahlen zu präsentieren, sondern auch unser langfristiges Potenzial und die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens hervorzuheben. Dies umfasst nicht nur unsere Bestandsobjekte und aktuellen Immobilienkäufe, sondern auch unsere laufenden und geplanten Projektentwicklungen in Top-Lagen, die aus unserer Sicht einen wesentlichen Wert für die Investoren darstellen.

GBC AG: Gibt es bestimmte finanzielle oder operative Kennzahlen, die Sie den Investoren hervorheben würden, um den wahren Wert des Unternehmens besser widerzuspiegeln?

Heike Barth: Absolut. Eine der wichtigsten Kennzahlen, die wir hervorheben, ist der Immobilienwert von rund 600 Millionen Euro, der durch Gutachten unterlegt ist. Hinzu kommt unsere solide Finanzstruktur, die sich in einem LTV von rund 27,5 % widerspiegelt. Diese Zahlen zeigen, dass wir finanziell stabil aufgestellt sind und über ein gesundes Wachstumspotenzial verfügen. Darüber hinaus legen wir großen Wert auf eine langfristige Finanzierung, wobei etwa 86 % unserer Finanzierungen auf zehn Jahre ausgelegt sind. Dies bietet uns Planungssicherheit, auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten. Zudem spielt die konstant angemessen wachsende Ergebnis- und Cash Flow-Entwicklung eine wesentliche Rolle. Diese KPIs zeigen den wahren Wert unseres Unternehmens und werden langfristig auch die Aktienkursentwicklung positiv beeinflussen.

GBC AG: Wie planen Sie aktuelle Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt, wie Zinsschwankungen und wirtschaftliche Unsicherheiten, zu meistern?

Heike Barth: Die wirtschaftlichen Unsicherheiten und die Zinsschwankungen stellen sicherlich eine Herausforderung dar. Wir haben jedoch vorgesorgt, indem wir einen Großteil unserer Finanzierungen langfristig gesichert haben, mit einem Durchschnittszins von etwa 2 %. So sind wir relativ unempfindlich gegenüber den kurzfristigen Finanzmarktschwankungen. Zudem beobachten wir die Marktbedingungen sehr genau und passen unsere Investitionsstrategien bereits frühzeitig entsprechend an. Wir konzentrieren uns darauf, wie bisher in Top-Lagen und zukunftsorientierte Assetklassen mit einem stabilen Mieterbesatz unter Beachtung der wesentlichsten ESG-Kriterien zu investieren, wo die Nachfrage auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf einem hohen Niveau verbleibt. So werden wir den Marktanforderungen gerecht und erzielen gleichzeitig eine langfristige Wertsteigerung.

GBC AG: Wie sehen Sie die zukünftigen Wachstumschancen für Ihr Unternehmen und welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um langfristigen Erfolg und eine positive Kursentwicklung zu sichern?

Heike Barth: Wir sehen eine Vielzahl von Wachstumschancen, insbesondere durch unsere laufenden und geplanten Projektentwicklungen in Stuttgart, die sich in erstklassigen Lagen befinden. Diese Projekte werden voraussichtlich bis 2026/2027 abgeschlossen sein und tragen dazu bei, unser Portfolio weiter auszubauen und den Cash Flow zu steigern. Darüber hinaus planen wir, in den kommenden Jahren in zwei bis drei neue zukunftsorientierte Assets zu investieren, die sowohl den Marktanforderungen entsprechen als auch weiteres Wachstum fördern. Unsere Wachstumsstrategie basiert auf einer soliden Ergebnis- und Cash Flow Entwicklung sowie grundlegender ESG- Ausrichtung, bei der sowohl die Projektentwicklung als auch die Bestandskäufe mit einer gezielte Diversifikation in unterschiedliche Immobiliensegmente eine Rolle spielen. Damit schaffen wir auch die Grundlage für eine kontinuierlich positive Kursentwicklung.

GBC AG: Vielen Dank, Frau Barth, für Ihre Zeit und die interessanten Einblicke in Ihre Unternehmensstrategie. Wir sind gespannt, wie sich die Entwicklungen im Jahr 2025 und darüber hinaus gestalten werden.

Heike Barth: Ich danke Ihnen für das Gespräch. Ich bin ebenfalls gespannt auf die kommenden Monate und Jahre und freue mich darauf, die positiven Veränderungen gemeinsam mit unseren Aktionären sowie Geschäftspartnern erfolgreich zu erleben.

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