Der Industriedienstleister Bilfinger hat die Ziele für 2025 erreicht: Der Umsatz lag mit 5.427 Mio. Euro ebenso wie die EBITA-Marge von 5,5 % in der Mitte der Zielspanne. Das Konzernergebnis erreichte mit 176 Mio. Euro (GJ 2024: 180 Mio. Euro) den Vorjahreswert nicht, was das Management mit steuerlichen Effekten und Sondereinflüssen begründet. Der Ausblick wiederum hat einen Makel: Die Umsatzrange von 5,4 bis 5,9 Mrd. Euro erfüllt nur am oberen Ende die Erwartungen. Die spürbar steigende Effizienz macht das Papier dennoch interessant.
Wir rechnen aufgrund der Aufstellung von Bilfinger damit, dass sich das mittelfristige EBITA-Margenziel von 8 bis 9 % bis 2030 durchaus erreichen lässt. Industriedienstleistungen in den Bereichen Öl, Gas und Energieversorgung besitzen den Charme, dass diese als kritische Infrastrukturen auch aus politischem Interesse ganz oben auf der Agenda stehen. Starke Nachfrage wiederum begünstigt die Gewinnspannen. Hinzu kommen KI-getriebene Investitionen wie der Bau von Rechenzentren. Projekte beim Korrosionsschutz und beim Rückbau nuklearer Anlagen runden das Portfolio ab. 2025 gelang es bereits, die EBITA-Marge auf 5,5 % zu steigern. Um die Mitte der Zielrange 2030, 8,5 %, zu erreichen, müsste Bilfinger ab 2026 jährlich 0,6-Prozentpunkte auf die Marge draufsatteln.
Das ist machbar. 2026 halten wir eine EBITA-Rendite von 6,0 % (Zielrange: 5,8 bis 6,2 %) für erreichbar. Den Umsatz kalkulieren wir leicht oberhalb der Mitte der Prognosespanne bei rund 5,7 Mrd. Euro. Hieraus folgt ein EBITA von 342 Mio. Euro. Das liegt 14 % über dem Vorjahreswert und deutet die mögliche Gewinndynamik an. 81 % der Erlöse erzielt Bilfinger in Deutschland und Europa, so dass die konjunkturelle Entwicklung dieser Region eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Zielerreichung spielen wird. Zum Joker könnte der europäische Nachholbedarf bei der Netzinfrastruktur werden...
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