Der Biosimilar-Entwickler Formycon nähert sich einem entscheidenden Übergang: Drei eigene Produkte sind zugelassen. Gleichzeitig verdient das Unternehmen endlich nennenswerte Lizenzgebühren. Für 2026 peilt Formycon zum ersten Mal ein positives operatives Ergebnis an.
Formycon entwickelt Biosimilars: biologische Arzneimittel, deren Patentschutz abläuft und die als preisgünstigere Alternativen nachgebaut werden. Anders als bei Generika dauert die Entwicklung sechs bis acht Jahre und kostet rund 100 Mio. Euro, weil die komplexen biologischen Moleküle auf Ebene einzelner Zellkulturen analysiert und produziert werden müssen. Produktion und Vertrieb übernehmen Partner wie Fresenius Kabi, Teva oder Sandoz, Formycon verdient an Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren.
Regulatorischer Rückenwind kommt durch den weitgehenden Verzicht auf Phase-3-Studien, was Entwicklungszeit und Kosten erheblich senkt. Das strukturelle Potenzial ist groß: Bis 2032 verlieren Medikamente mit einem globalen Spitzenumsatz von rund 190 Mrd. US-Dollar ihren Patentschutz.
Die Zahlen für 2025 zeigten das Unternehmen in einer anspruchsvollen Übergangsphase: Der Umsatz fiel mit 44,5 Mio. Euro unter die eigene Prognose von 55 bis 65 Mio. Euro, weil sich Meilensteinzahlungen ins laufende Jahr verschoben haben und Partnerumsätze schwächer ausfielen als erwartet. Ergebnisseitig gelang dagegen eine klare positive Überraschung: Das EBITDA schloss bei lediglich minus 3,6 Mio. Euro, weit besser als die prognostizierte Spanne. Der Hintergrund der Umsatzverfehlung zeigt die laufende Transformation: Frühere Einnahmen aus Entwicklungsaufträgen laufen planmäßig gegen null, während neue Royalty- und Meilensteinströme erst hochlaufen. Für 2026 erwartet Formycon einen Umsatz von 60 bis 70 Mio. Euro und erstmals ein positives EBITDA...
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