Im Kampf um die Commerzbank geht es nun ans Eingemachte: CEO Bettina Orlopp und ihr Defense-Team werfen der UniCredit um CEO Andrea Orcel Marktmanipulation und Irreführung vor. Der UniCredit-Lenker Orcel weist die Vorwürfe entschieden zurück und droht indirekt mit dem Austausch der Commerzbank-Führung. Für die Commerzbank-Aktionäre ist das Gerangel eher positiv: Die Aktie steigt.
Die nächste Runde in der Übernahme-Schlacht zwischen Commerzbank und UniCredit ist eingeläutet: Nach Veröffentlichung des Übernahme-Angebots von 0,485 UniCredit-Aktie für einen Commerzbank-Anteilschein meldeten die Italiener am 12. Juni die Andienung von 11 Prozent der Aktien von freien Aktionären. Das verwundert: Denn während der ersten Angebotsfrist lag die Offerte doch deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs der Commerzbank.
Vor diesem Hintergrund zweifelt das Management der Frankfurter diese Aussagen an und übergibt den Fall der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der Vorwurf lautet, dass die angedienten Papiere nicht von freien Aktionären stammen, sondern überwiegend von den Banken, die als Gegenparteien der 16,4 Prozent Cash-Settled Equity Swaps der UniCredit fungieren. Wäre dies der Fall, würde dies das tatsächliche Bild der Investorennachfrage verzerren.
In einem Artikel der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner wird auf die begrenzten Handlungsoptionen der Commerzbank verwiesen. Denn die Commerzbank darf nach Ankündigung eines Übernahmeangebots keine Maßnahmen ergreifen, durch die der Erfolg des Angebots verhindert werden könnte. Ein zulässiges Mittel sei aber der Aktienrückkauf. Genau hier hat die Commerzbank schon kräftig gewirkt und von den möglichen 10 Prozent des Grundkapitals bereits 4 Prozent – das sind rund 46,6 Mio. Aktien – zurückgekauft.
Die Commerzbank-Aktionäre können sich die Hände reiben. Das heimische Kreditinstitut nimmt eigene Aktien vom Markt, um den Börsenkurs über den Angebotspreis zu heben. Hierfür muss allerdings noch einmal Gas gegeben werden: Denn durch den Kursanstieg der UniCredit in den vergangenen Tagen entspricht das Tauschangebot nun knapp 38 Euro je Commerzbank-Papier. Das ist ein Schnaps mehr, als aktuell an der Börse für eine Commerzbank-Aktie gezahlt wird. Solange Orlopp und Orcel die Muskeln spielen lassen, dürfte der Kurs noch profitieren. Dass auch der Bund seinen 12-Prozent-Anteil nicht abgeben will und der Übernahme skeptisch gegenübersteht, dürfte ebenfalls positiv für den Kurs sein. Investierte Anleger sollten unbedingt an Bord bleiben.
(aktien-global.de, 24.06.2026, 10:20 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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