Seit fast eineinhalb Jahren befindet sich die Aktie von Berentzen in einem Abwärtstrend. Von der im April 2025 präsentierten Neuausrichtung für mehr Effizienz und Kundenorientierung wird zumindest im Zahlenwerk für das erste Halbjahr 2026 wenig zu sehen sein. Das Unternehmen leidet nach eigenen Angaben unter der aktuellen Konsumzurückhaltung und der Branchenschwäche.
Das war anders geplant: Auf Basis der vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 muss der Getränkekonzern Berentzen seine Geschäftsziele für 2026 revidieren. Der Konzernumsatz soll sich nun in einer Bandbreite zwischen 151,0 und 156,0 Mio. Euro (zuvor: 163,0 bis 173,0 Mio. Euro) einpendeln. Beim Konzern-EBIT ist sogar nur noch mit 3,5 bis 5,0 Mio. Euro (zuvor: 7,0 bis 9,0 Mio. Euro) zu rechnen.
Hintergrund der deutlichen Umsatz- und Ertragsrevision soll gemäß Konzernangaben das verhaltene Konsumklima in Deutschland sein. Hinzu kommen äußerst schwierige Rahmenbedingungen im Spirituosengeschäft. Denn schon seit mehreren Jahren ist der Absatz von Hochprozentigem in Deutschland rückläufig. Laut Statistischem Bundesamt sank der versteuerte Umsatz 2025 um über 5 Prozent. Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie wiederum berichtete im Juni, dass die Nachfrage nach Spirituosen in den vergangenen 3 Jahren um 11 Prozent gesunken ist.
Kein Wunder also, dass Berentzen zu kämpfen hat. Immerhin entfallen rund zwei Drittel der Konzernerlöse auf Spirituosen. Auf Basis vorläufiger Zahlen soll der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 demnach auf 71,0 Mio. Euro (HJ 2025: 79,9 Mio. Euro) gefallen sein. Beim bereinigten EBIT ging es noch stärker auf 0,6 Mio. Euro (HJ 2025: 3,2 Mio. Euro) zurück.
Im Rahmen der Unternehmensstrategie „BERENTZEN ENVOLVE 2030“ hat das Management bereits diverse Maßnahmen umgesetzt, um der Konjunktur- und Branchenschwäche entgegenzuwirken. Das ändert jedoch nichts daran, dass zumindest 2026 Umsatz und Ertrag deutlich sinken werden. Ob die Maßnahmen, darunter die Einführung der Marke Juma im Bereich der Lifestyle Drinks, ab 2027 ihre Ertragskraft entfalten können, ist noch offen. Der Aktienchart spricht eine eindeutige Sprache. Anleger sollten die weitere Entwicklung besser von der Seitenlinie aus beobachten.
(aktien-global, 22.07.2026, 14:55 Uhr)
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