clearvise: Starke Cashflows, schwache Aktie - wie lange noch?

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Bei clearvise klaffen operative Entwicklung und Börsenbewertung immer weiter auseinander. Während die Aktie ihre Talfahrt fortgesetzt hat und inzwischen nur noch bei rund 1,00 Euro notiert, liefert das Wind- und Solarparkportfolio weiterhin hohe Erträge und freie Mittelzuflüsse. Besonders auffällig: Der Börsenkurs entspricht mittlerweile nur noch rund der Hälfte des bilanziellen Eigenkapitals von 1,94 Euro je Aktie.

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Dabei haben die endgültigen Halbjahreszahlen die bereits am 20. Juli gemeldeten vorläufigen Eckdaten bestätigt. Inklusive der Kompensationen für Abregelungen erhöhte clearvise die Erlöse in den ersten 6 Monaten von 18,2 auf 22,3 Mio. Euro. Das EBITDA legte von 13,6 auf 15,7 Mio. Euro zu. Noch stärker fiel die Verbesserung unter dem Strich aus: Der Halbjahresgewinn stieg um 70 Prozent von 1,0 auf 1,7 Mio. Euro.

Hoher Mittelzufluss

Noch interessanter mit Blick auf die angestrebte Positionierung als YieldCo ist allerdings der Cashflow. In nur 6 Monaten erwirtschaftete clearvise einen Free-Cashflow von 11,2 Mio. Euro. Das unterstreicht, welches Ausschüttungspotenzial im bestehenden Portfolio steckt, wenn künftig größere Investitionen ausbleiben und ein hoher Anteil der freien Mittel tatsächlich an die Aktionäre weitergereicht wird.

Auch bilanziell hinterlässt die profitable Entwicklung Spuren. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Jahresende von 144,9 auf 146,7 Mio. Euro. Umgerechnet sind das 1,94 Euro je Aktie und damit fast doppelt so viel wie der aktuelle Börsenkurs.

Entscheidende Weichenstellung steht noch aus

Der hohe Abschlag dürfte vor allem widerspiegeln, dass der Kapitalmarkt noch auf Klarheit über die künftige Verwendung der Mittel wartet. clearvise prüft weiterhin, ob vor dem vollständigen Wechsel in den YieldCo-Modus noch Projekte umgesetzt werden, deren Rechte während der früheren Expansionsphase gesichert wurden. Auch Investitionen in Batteriespeicher und Repowering sowie mögliche Verkäufe bestehender Anlagen spielen bei der Portfoliooptimierung eine Rolle.

Diese Unsicherheit lässt sich nicht wegdiskutieren. Sie ändert aber wenig daran, dass der bestehende Anlagenpark profitabel arbeitet und hohe freie Cashflows produziert. Je weiter der Aktienkurs fällt, ohne dass sich diese fundamentale Basis entsprechend verschlechtert, desto größer wird deshalb der Bewertungsabschlag.

Für Anleger mit entsprechender Risikobereitschaft entwickelt sich daraus eine zunehmend interessante antizyklische Konstellation. Zusätzlichen Schub könnte die Aktie erhalten, sobald das Management den künftigen Investitionsrahmen festgelegt hat und damit klarer wird, welcher Anteil der Cashflows perspektivisch für Ausschüttungen zur Verfügung steht.

(aktien-global.de, erstellt 24.08.26, 10:38 Uhr, veröffentlicht 24.08.26, 10:45 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/newssystem/impressum/).

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