OHB: Ein attraktiver Markt - und ein neuer Player

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Nicht erst mit dem Ukrainekrieg ist klar geworden, dass die Datenkommunikation über den Weltraum und Satelliten für die weitere technologische Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist – für den Rüstungssektor, aber auch für andere Bereiche wie die Überwachung kritischer Infrastrukturen. Stark positioniert in diesem Wachstumsmarkt ist die börsennotierte OHB SE.

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Großprojekt vor der Vergabe

Die OHB SE ist einer der führenden europäischen Raumfahrtkonzerne und baut Satelliten für die Navigation, die Erdbeobachtung und sicherheitsrelevante Anwendungen. Das Unternehmen ist dabei nicht nur Zulieferer, sondern übernimmt zunehmend die Gesamtverantwortung für komplexe Programme wie Galileo. Seine Stärke liegt in der Kombination aus technologischem Know-how, hoher Systemkompetenz und einer starken Position in politisch geförderten Zukunftsfeldern der europäischen Raumfahrt. Aktuell arbeitet das Unternehmen daran, einen neuen Großauftrag im Satellitengeschäft zu gewinnen. Denn die Bundeswehr benötigt ein neues Satellitennetzwerk (SATCOMBw Stufe 4), das die Möglichkeit für eine globale Vernetzung und eine verschlüsselte Kommunikation bietet. Das Auftragsvolumen könnte sich auf einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag belaufen und steht in den nächsten Jahren zur Vergabe an. Nach aktuellem Stand wird OHB gemeinsam mit Rheinmetall und vermutlich auch mit Airbus versuchen, diesen Auftrag zu gewinnen.

Aktie wird neu bewertet

Diese Aussichten haben der Aktie von OHB im laufenden Jahr einen massiven Schub gegeben – seit Jahresbeginn beträgt der Kurszuwachs über 140 Prozent (bei einem OHB-Kurs von 286 Euro). Das zeigt: Weltraum und das Satellitengeschäft sind wieder stark gefragt, und zwar erst recht, wenn auch noch eine Verbindung zum Defence-Sektor besteht.

Neuer Player für den Sektor

Doch Aktien mit dieser Kombination sind an der deutschen Börse rar. Umso interessanter ist es, dass jetzt ein neues Unternehmen an den Markt kommt, das in beiden Feldern aktiv ist. Es handelt sich um die electrovac AG, deren Aktien noch bis zum 27. April gezeichnet werden können. Die Gesellschaft hat sich auf hermetische Glas-Metall-Gehäuse spezialisiert, die empfindliche Elektronik in sicherheitskritischen Anwendungen vor äußeren Einflüssen schützen. Eine Nische zwar, aber eine mit zahlreichen Anwendungen, hohen Qualifikationsanforderungen und großer Relevanz für die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Produkte, in denen die electrovac-Lösungen eingesetzt werden. Dementsprechend reichen die Einsatzgebiete von Airbags und Gurtstraffern über Raumfahrtanwendungen und Satellitenkommunikation bis hin zu militärischen Systemen (u. a. Munitionszünder).

Neben stabilen Kundenbeziehungen ermöglicht diese Aufstellung auch ansehnliche Margen. Im Geschäftsjahr 2024/25 konnte electrovac bei einem Umsatz von 98,2 Mio. Euro ein EBIT von 9,1 Mio. Euro erzielen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 waren es bei 85,9 Mio. Euro Umsatz sogar 10,5 Mio. Euro EBIT.

Wie bei OHB sorgt derzeit insbesondere der Defence-Sektor, der aufgrund der geopolitischen Lage in Europa eine Renaissance erlebt, auch bei electrovac für zusätzliche Wachstumsfantasie. Das Unternehmen berichtet über volle Auftragsbücher sowie eine hohe Auslastung und traut sich zu, mittelfristig den Umsatz auf 150 Mio. Euro zu steigern und dabei nachhaltig eine EBIT-Marge von über 12 Prozent zu erzielen.

IPO auf der Zielgeraden

Um diese Ziele zu erreichen, sollen die Zuflüsse aus dem derzeit laufenden Börsengang vor allem für den Ausbau der Kapazitäten und eine stärkere Internationalisierung verwendet werden. Insgesamt werden noch bis zum 27. April bis zu 4,76 Mio. Aktien (davon bis zu 3,84 Mio. aus einer Kapitalerhöhung) angeboten. Die Preisspanne beträgt 7,80 bis 10,20 Euro, was in der Mitte einer Bewertung von rund 144 Mio. Euro entspricht. Bezogen auf den Gewinn von 8,9 Mio. Euro, der von der emissionsbegleitenden Bank für das im März beendete Geschäftsjahr 2025/26 geschätzt wird, entspricht das einem Emissions-KGV von 16,2. Auffällig ist zudem die Struktur des Börsengangs. Denn anders als bei den jüngsten Emissionen in diesem Sektor, bei denen Privatanleger kaum berücksichtigt wurden, soll diesmal ein größerer Anteil des Volumens an Kleinanleger gehen. Um dies zu ermöglichen, können die Aktien auch direkt über ein Online-Zeichnungstool auf der Unternehmenswebsite (http://www.electrovac.de) gezeichnet werden, sodass der Zugang zum IPO für alle Anleger, unabhängig von der depotführenden Bank, gewährleistet ist (aktien-globlal.de, erstellt 25.04.26, 15:48 Uhr, veröffentlicht 25.04.26, 15:50 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/).

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