Die Allianz hat nach Bekanntgabe der Q2-Zahlen Anfang August die Geschäftsziele für 2026 bestätigt. Allzu weit lehnen sich Versicherer am Anfang der sogenannten Hurrikansaison nämlich ungern aus dem Fenster. Für Fantasie sorgt nun ausgerechnet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit seiner Schätzung der Schäden durch Naturkatastrophen.
Doch der Reihe nach: Die Allianz hält nach sechs Monaten 2026 am Jahresziel für den operativen Gewinn weiter fest. Demnach wollen die Münchner 17,4 Milliarden Euro – plus-minus 1 Mrd. Euro – einfahren. Durch die in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Schäden durch Naturkatastrophen macht das Vorgehen Sinn. Denn in den USA läuft die Hurrikansaison traditionell von Anfang Juni bis Ende November.
Eine Zielanhebung vor dem Ende dieser Phase, kann dann schon mal nach hinten losgehen. 2025 wartete der Versicherer beispielsweise bis in den November, um seine Ergebnisziele zu präzisieren – und diese letztlich anzuheben. Zumindest für den Heimatmarkt wurden vom GDV die Prognosen für Schäden durch Naturkatastrophen deutlich eingegrenzt. So erwartet der Verband für 2026 versicherte Schäden von rund 2 Mrd. Euro. Das ist deutlich weniger als die 3 Mrd. Euro in einem durchschnittlichen Jahr. Am Trend ändert dies jedoch nichts. In der ersten Dekade nach der Jahrtausendwende stiegen die Unwetterschäden auf durchschnittlich 1,4 Mrd. Euro, danach sogar auf 2,4 Mrd. Euro.
Geringere Schadensregulierungen in einem Geschäft, in dem die Prämien durch den Klimawandel sukzessive steigen, weckt Renditehoffnungen. Die Endabrechnung kommt jedoch stets im November aus den USA. Bislang sieht es dort aber gut aus. Die US-Wetterbehörde NOAA rechnet aufgrund der bisherigen Entwicklung insgesamt mit einem unterdurchschnittlichen Verlauf.
Natürlich besteht das Geschäft der Allianz nicht nur darin, Unwetterschäden zu regulieren. Dennoch nährt die bisher starke Entwicklung im Bereich Schaden- und Unfallversicherung die Hoffnung, dass am Ende doch ein bisschen mehr hängen bleibt als geplant. Bei einem starken Dividendenzahler wie der Allianz, der seinen Aktionären seit 2023 immer prozentual zweistellige Dividendenerhöhungen gönnte, dürfte die Ausschüttung für 2026 sogar an der 19-Euro-Marke kratzen. Die Allianz bleibt für Langfristinvestoren ein Basisinvestment. Kursschwächen können für einen Neueinstieg genutzt werden.
(aktien-global.de, 02.09.2026, 15:40 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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