Seit die UniCredit angekündigt hat, ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vorzulegen, verhärten sich die Fronten. Im Blätterwald rauscht es: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wehrt sich gegen die Vorwürfe von UniCredit-CEO Andrea Orcel, keine Gesprächsbereitschaft zu zeigen. Es könnte nun schmutzig werden. Für die Aktionäre ist diese Entwicklung aber eher positiv.
Mitte März ging die UniCredit im Übernahmepoker um die Commerzbank in die Offensive und kündigte ein freiwilliges Übernahmeangebot an. Für eine Commerzbank-Aktie sollten die Aktionäre der Frankfurter Bank 0,485 Unicredit-Aktien erhalten. Das entsprach seinerzeit einem Gegenwert von knapp 31,30 Euro. Der Haken dabei: Durch die vollständige Zahlung in Aktien schwankt der Preis. Aktionäre bevorzugen daher ein Barangebot.
Mittlerweile hat sich die Börsenwelt zudem weitergedreht. Zwar entspricht das Angebot nun einem Gegenwert von rund 32,40 Euro je Commerzbank-Aktie, allerdings wird der Anteilschein der Commerzbank an der Börse sogar mit rund 34 Euro gehandelt. Das bezüglich der Preisfindung das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, war indes von Anfang an klar.
Nun wird der Ton rauer. Im über die Medien ausgetragenen Übernahmekampf wirft UniCredit-CEO Orcel der Commerzbank-Chefin öffentlich vor, nicht gesprächsbereit zu sein. Mehr noch: Die Commerzbank verweigere sich einem konstruktiven Austausch mit der Unicredit zu einer wertschaffenden Transaktion. Orlopp kontert, dass das bisherige Vorgehen der Italiener den Aufbau des für die Transaktion erforderlichen Vertrauens erschwere.
Wie dem auch sei, in einem entscheidenden Punkt irrt Orcel. Das Gerangel wird den Preis für eine Übernahme verteuern und schafft somit sehr wohl einen Wert: Für Commerzbank-Aktionäre, die bereit sind, sich nach Vorlage eines möglichst hohen Übernahmeangebots von ihren Papieren zu trennen. Dass ein reibungsloser und kostengünstiger Zusammenschluss auf mittelfristige Sicht die bessere Option sein kann, ist nicht auszuschließen. Die Vergangenheit hat jedoch oft genug gezeigt, dass die Performance des Aufkäufers nach einer Übernahme mit den vollmundigen Versprechungen im Vorfeld nicht Schritt halten konnte. Commerzbank-Aktionäre sollten aktuell keine Aktie aus der Hand geben.
(aktien-global.de, 08.04.2026, 17:30 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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