Deutsche Bank: Risikovorsorge mit Fragezeichen

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Die Deutsche Bank hat ihren Aktionären mit der Dividendenerhöhung um rund 47 Prozent für 2025 folglich 1,00 Euro/Aktie ausgeschüttet. Das ist zumindest ein kleiner Trost, denn seit Jahresbeginn hat die Aktie des Geldinstituts rund 20 Prozent an Wert eingebüßt. Anleger sorgen sich nicht erst seit dem Krieg am Golf um die Konjunktur in Deutschland. Das drückt auf den Kurs. Denn mit einer schwächeren Konjunktur steigen die Kreditausfallrisiken.
Die Q1-Zahlen für 2026 der Frankfurter zeigten wieder eine höhere Effizienz: Während die Gesamterträge um 2 Prozent auf rund 8,7 Mrd. Euro zulegten, kletterte das Nachsteuerergebnis sogar um 8 Prozent auf knapp 2,2 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr bleiben die Frankfurter beim Ergebnis jedoch wenig konkret. So soll ein starkes operatives Ergebnis erreicht werden. Das muss dann mal als Ergebnisausblick genügen.
Analysten sind konkreter und schätzen 2026 einen Zuwachs beim Nettoergebnis um rund 4 Prozent auf 6,35 Mrd. Euro (GJ 2025: 6,12 Mrd. Euro). Das entspricht einem Gewinn/Aktie von 3,28 Euro. Daraus wiederum folgt ein KGV von etwas mehr als acht. Das sieht auf den ersten Blick sehr günstig aus, für einen Finanzwert ist das derzeit aber nicht ganz ungewöhnlich.
Die Banken sind bekanntlich der Spiegel der Volkswirtschaft. Und da sieht es konjunkturell nicht so rosig in Deutschland aus. Hinzu kommt der Krieg am Golf, der die Inflation weltweit treibt und das Retailgeschäft erschwert. CEO Christian Sewing ist unterdessen zuversichtlich. Die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle, die im ersten Quartal noch erhöht wurde, soll im Gesamtjahr sogar zurückgefahren werden. Jüngst ließ das Geldhaus auf einer Kapitalmarktkonferenz aber durchblicken, dass die Risikovorsorge im zweiten Quartal noch über den Markterwartungen liegen könnte.
Inwieweit das Geldhaus angesichts der heimischen Konjunktur und den Folgen des Kriegs am Golf die Gewinne steigern kann, werden die kommenden Quartale zeigen. Im wichtigen Investmentbanking jedoch stagnierten die Gesamterträge im Q1 und beim Vorsteuergewinn gab es sogar einen Rückgang. Kommt es zu einem Frieden am Golf und damit sukzessive zu einer Erholung der globalen Wirtschaft, dürften Finanztitel profitieren. Dann hat auch die Deutsche Bank als führendes Institut in Deutschland wieder Potenzial.

(aktien-global.de, 03.06.2026, 14:50 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)

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