Intershop: Alles auf die Cloud-Karte

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Für einen Small-Cap genießt die Intershop Communications AG aus Jena einen außergewöhnlich hohen Bekanntheitsgrad, was vor allem auf die Vergangenheit als einer der Shootingstars des Neuen Marktes zurückzuführen sein dürfte, der als Pionier auf dem Gebiet der E-Commerce-Software seinerzeit für Furore sorgte. Obwohl E-Commerce inzwischen längst den Kinderschuhen entwachsen und obwohl Intershop der grundsätzlich sehr attraktiven Ausrichtung auf E-Commerce-Software treu geblieben ist, ist die Entwicklung des Unternehmens von einem heftigen Auf und Ab geprägt. Nun soll eine konsequente Cloud-Strategie für eine neue vertriebliche Dynamik sowie für mehr Stetigkeit in der Geschäftsentwicklung sorgen.

Die konsequente Cloud-Fokussierung wird vom Intershop-Vorstand als „alternativlos“ bezeichnet, was einerseits die schlichte Marktdynamik in Richtung Cloud verdeutlicht, andererseits aber auch das Scheitern der bisherigen Strategie belegt. So ist der Umsatz seit dem Jahr 2013, in dem eine mehrjährige Wachstumsphase in einem Jahresumsatz von 53,6 Mio. Euro gipfelte, bis 2016 auf 34,2 Mio. Euro kontinuierlich geschrumpft. Im letzten Jahr wurde zwar eine leichte Trendwende und ein Anstieg auf 35,8 Mio. Euro erreicht, doch auch damit liegt Intershop noch unter dem Wert aus 2010. Ebenso ernüchternd ist in der Retrospektive die Ergebnisentwicklung ausgefallen: Seit 2010 wurde nur in vier Jahren ein operativer Überschuss erwirtschaftet, auf der Nettoebene gelang dies sogar nur in den zwei Jahren zu Beginn des Jahrzehnts.

Für ein etabliertes Softwareunternehmen ist das zu wenig. Als eine wichtige Ursache dieser unbefriedigenden Entwicklung hat das Unternehmen den zu geringen Standardisierungsgrad der Software identifiziert, was für die Kunden langwierige und kostspielige Implementierungsprojekte und für Intershop eine Begrenzung der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells bedeutet. Diese Schwächen werden mit dem Übergang auf ein Cloud-Modell beseitigt, weswegen Intershop mit der Vorstellung der neuen Standardlösung Commerce-as-a-Service (CaaS) auf Basis der Microsoft Azure Cloud komplett auf die Karte Cloud setzt. Mit dem cloud-basierten Abomodell (Subscription) sollen die Vertriebshindernisse „hohes Anfangsinvestment“ und „umfangreiches Initialprojekt“ beseitigt werden, um vor allem mittelständischen Kunden in nur wenigen Wochen die Etablierung eines digitalen Vertriebskanals zu ermöglichen. Die Kunden profitieren zudem von der jederzeitigen Aktualität der Software sowie von der Flexibilität der Lizenzierung.

In der Übergangszeit bedeutet der Wechsel auf das Subscription-Modell allerdings rückläufige Einnahmen, weil sich die Lizenzerlöse, die sonst bei Vertragsabschluss umsatzwirksam werden, gleichmäßig über die Vertragslaufzeit verteilen. Hinzu kommen hohe F&A-Aufwendungen, um die Standardisierung voranzutreiben sowie Kosten im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Vertriebs auf das Cloud-Geschäft. Dementsprechend hat Intershop im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang um 11% verzeichnet und ist beim EBIT mit -2,0 Mio. Euro ins Minus gerutscht.

Gleichzeitig verweist das Unternehmen darauf, dass die Cloud- und Subscription-Erlöse um 14 % gewachsen sind und dass sich der Auftragseingang in dem neuen Bereich auf 2 Mio. Euro belaufen hat. Da dies aber noch nicht ausreicht, um die wegfallenden Lizenzerlöse kurzfristig auszugleichen, wurde die Prognose für das Gesamtjahr deutlich abgesenkt. Statt mit einem leichten…

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