Vor gut einem Jahr stand Stabilus noch voll im Gegenwind der Automobilbranche. Inzwischen zeigt sich, dass der Konzern die schwierige Phase genutzt hat, um sich neu aufzustellen. Die jüngsten Quartalszahlen belegen: Der Umbau greift, und ein Vorstoß in die humanoide Robotik eröffnet zusätzliche Fantasie.
Stabilus ist einer der weltweit führenden Anbieter von Motion-Control-Lösungen, also Technik, die Bewegungen präzise steuert, dämpft oder automatisiert. Bekannt ist der Konzern vor allem für Gasdruckfedern, etwa in Heckklappen oder Bürostühlen, doch das Geschäft reicht weit in Industrie, Automatisierung, Medizintechnik und Möbel hinein. Diese Breite stützt derzeit den Konzern, während das Automotive-Geschäft schwächelt. Strategisch schärft der Verkauf der Randbereiche Fabreeka und Tech Products das Profil. Spannend ist die Partnerschaft mit dem Spezialisten Synapticon: Gemeinsam will Stabilus ab 2027 Antriebe für humanoide Roboter in Serie fertigen und bringt dabei seine Erfahrung aus der automobilen Großserienfertigung ein.
Die Zahlen zum Q3 des Geschäftsjahres 2026 zeigen einen Konzern, der trotz Umsatzdruck an Qualität gewinnt. Der Erlös sank zwar organisch um 4,4 %, doch die bereinigte EBIT-Marge stieg um 30 Basispunkte auf 10,8 %, getragen von konsequenter Kostendisziplin. Das Periodenergebnis kletterte auf 51,4 Mio. Euro, doch hier ist Vorsicht geboten: Rund 44 Mio. Euro stammen aus dem Verkaufsgewinn der Randbereiche. Dieser Sonderertrag prägt das gesamte Geschäftsjahr 2026. Aber selbst nach Wegfall des Effekts läge der Gewinn je Aktie 2027 mit von uns geschätzt 1,21 Euro über dem 2025er Wert von 0,98 Euro, auch die Dividende bleibt wahrscheinlich über den zuletzt gezahlten 0,35 Euro. Die vermeintliche Normalisierung wäre also in Wahrheit eine robuste Steigerung. Gestützt wird sie von der Bilanz: Der Mittelzufluss senkte den Nettoverschuldungsgrad bereits von 3,21 auf 2,77, mittelfristig soll er unter 2,0 fallen. Und dass der Konzern die Marge trotz eines Automotive-Minus von rund 15 % steigerte, spricht für die Robustheit des Industriegeschäfts, das organisch um rund 8 % wuchs. Zieht Automotive wieder an, trifft die Erholung auf eine deutlich schlankere Basis...
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