Suss MicroTec steckt in einer schwierigen Phase. Der Maschinenbauer profitiert eigentlich vom KI-Boom. Doch das dritte Quartal lief enttäuschend. Die Gründe: Anlaufschwierigkeiten am neuen Standort in Taiwan, ein ungünstiger Mix bei den verkauften Produkten und höherer Supportaufwand bei Kunden.
Das Geschäft von Süss lässt sich in zwei Bereiche aufteilen. Advanced Backend Solutions sind mit 71 % des Umsatzes das Zugpferd. Hier werden Maschinen für modernes Chip-Packaging – also spezielle Beschichtungs-, Belichtungs- und Bondingsysteme geliefert, die vor allem bei KI-Prozessoren und Hochleistungsspeichern zum Einsatz kommen. Der zweite Bereich Photomask Solutions umfasst Reinigungsanlagen für Fotomasken, die bei der Chipfertigung verwendet werden. Die Stärke des Geschäftsmodells liegt in der Nische. Suss bewegt sich in Märkten mit überschaubarem Wettbewerb und technologisch anspruchsvollen Lösungen. Das ermöglicht attraktive Margen. Mit dem neuen Produktionsstandort in Taiwan verdoppeln die Bayern ihre Fertigungskapazitäten in Asien.
Das Q3 brachte dennoch schwache Zahlen: Der Auftragseingang fiel um 17 %, während die Bruttomarge von 39 auf 33 % abstürzte und die operative Marge sich nahezu halbierte. Diese Entwicklung wirkt besorgniserregend, doch die Ursachen sind weitgehend temporärer Natur. Anlaufkosten in Taiwan, intensive Kundenbetreuung bei installierten Systemen und ein ungünstiger Produktmix sollten die Zahlen nur vorübergehend belasten.
Schon ab Q4 rechnet das Management mit einem Auftragseingang von über 100 Mio. Euro – nach mageren 70 Mio. Euro in Q3. Aufgeschobene Bestellungen für Beschichtungsanlagen und Scanner stehen offenbar in den Startlöchern. Mit einem Auftragsbestand von 276 Mio. Euro, wovon bereits 140 Mio. Euro für Lieferungen in 2026 eingeplant sind, verfügt Suss über einen soliden Puffer. Rechnet man den erwarteten Q4-Schub hinzu, dürften es rund 240 Mio. Euro werden – eine komfortable Ausgangslage...
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