Nachdem wir Ihnen letzte Woche schon die Aktie von Kion nahegelegt hatten, folgt nun mit Wacker Neuson ein weiterer „Call“ auf eine Konjunkturerholung. Zwar hat die Aktie seit ihrem Zwischentief im Mai bereits fast 40 % an Wert gutgemacht, bei einer Belebung der Wirtschaft hätte der Titel aber immer noch deutliches Potenzial.
Mit rd. 5.800 Mitarbeitern und 2,2 Mrd. Euro Umsatz zählt Wacker Neuson zu den führenden Herstellern von Baugeräten und kompakten Baumaschinen wie Bagger, Radlader, Stampfer und Rüttelplatten. Die Kunden kommen insbesondere aus der Bau- und Landwirtschaft, daneben aus dem öffentlichen Sektor sowie aus der Industrie- und Energiebranche. Ein klassischer Bauzykliker also, sollte man meinen. Aber obwohl die Konjunktur noch gar nicht richtig angesprungen ist, konnten die Münchner im ersten Halbjahr 2026 bereits ein fulminantes Wachstum hinlegen. So wurde der Umsatz um 16,9 % auf 1,26 Mrd. Euro gesteigert und das EBIT sogar um 86,6 % auf 104,7 Mio. Euro, entsprechend einer Marge von 8,3 %.
Für das Gesamtjahr konnte der Vorstand daher kaum noch anders, als die Prognose anzuheben. Erwartet wird nunmehr ein Umsatz von 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro (zuvor 2,2 bis 2,4 Mrd.) bei einer EBIT-Marge von 7 bis 8 % (zuvor 6,5 bis 7,5 %). Selbst diese Taxe erscheint aber noch konservativ, schließlich unterstellt sie im zweiten Halbjahr gar kein Wachstum mehr. Grund für die Zurückhaltung sei eine „abgeschwächte Auftragsdynamik“ im zweiten Quartal – ohne dass genauere Zahlen genannt werden.
Unter Vorsichtsaspekten mag der Ausblick begründbar sein, allerdings lässt er entsprechend viel Luft nach oben. Insbesondere dann, wenn die Bau- und Industriekonjunktur anspringen sollte, was derzeit praktisch alle namhaften Wirtschaftsinstitute erwarten. Darüber hinaus verfügt Wacker Neuson aber auch über potente strukturelle Wachstumstreiber, wie insbesondere die internationale Expansion, den weiteren Ausbau der boomenden Segmente Kompakt- und Landmaschinen (+25,9 bzw. 50,7 % Umsatz in H1) und nicht zuletzt die Steigerung der EBIT-Marge, die u.a. durch Skaleneffekte, einen besseren Produktmix und den Ausbau des Servicegeschäfts bis 2030 auf über 11 % zulegen soll...
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