Tapfer gekämpft, aber doch verloren: Die feindliche Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit ist nicht mehr aufzuhalten. Das sieht jetzt auch das Top-Management der Frankfurter Bank um CEO Bettina Orlopp so. Commerzbank-Aktionäre sollten das Papier zunächst weiter halten. Aus unterschiedlichen Gründen.
UniCredit-CEO Andrea Orcel hat seinen Willen bekommen: die Commerzbank. In den nun anstehenden Gesprächen zu Zeitplan, Bedingungen und zukünftiger Strategie dürfte sich die Tonalität spürbar aufhellen. Zwar hat CEO Orlopp angekündigt, das Beste für ihre Mitarbeiter herausholen zu wollen, doch letztlich dürfte es ihr auch um den eigenen Kopf gehen – oder das Konto. Stichwort: Goldener Handschlag.
Mit der entsprechenden UniCredit-Mehrheit wird es bei der nächsten Hauptversammlung der Frankfurter, egal ob ordentlich oder außerordentlich, zu einer Umbesetzung im Aufsichtsrat kommen. Da für einen Großteil der Mitglieder des Aufsichtsrats sowieso das Mandat ausläuft, ist zudem nicht mit größeren Störgeräuschen zu rechnen. Ein dann mutmaßlich maßgeblich mit Vertretern der UniCredit neu besetztes Kontrollgremium wird sich den Vorstand dann so zusammensetzen, wie er es für richtig hält. Für Orlopp dürfte dann kein Platz mehr frei sein.
Für die Aktionäre ist es aber wichtiger zu wissen, wie es mit der Commerzbank-Aktie weitergeht. Nun, einen verbindlichen Zeitplan für die offizielle Übernahme gibt es noch nicht. Durch das Übernahme-Angebot von 0,485 UniCredit-Aktien für einen Commerzbank-Anteilschein ist der Commerzbank-Kurs theoretisch eng an den der UniCredit gebunden. Wenngleich die Angebotsfrist bereits abgelaufen ist, dürfte diese Umrechnung aber die Untergrenze für ein etwaiges neues Angebot an die verbliebenen Commerzbank-Aktionäre sein. Kurzfristig ist damit nicht zu rechnen. Aber früher oder später wird der neue Eigentümer die Börsennotiz der Commerzbank einstellen wollen.
Aktionären hat die Übernahme-Schlacht kräftige Kursgewinne beschert – zumindest sofern diese vor oder zu Beginn der UniCredit-Avancen Papiere erworben haben. Aktuell bewertet das Übernahme-Angebot die Commerzbank-Aktie bei einem Börsenkurs von gut 39 Euro sogar mit über 41 Euro. Wer auf ein neues, höheres Übernahmeangebot spekuliert, wird aber Geduld mitbringen müssen. Im Zuge des Abwehrkampfes besitzen viele Commerzbank-Mitarbeiter Belegschaftsaktien. Diese sind für zwei Jahre ab Kauf gesperrt. Zuletzt gab es im Juni Zuteilungen. Commerzbank-Aktionäre sollten zunächst weiter investiert bleiben.
(aktien-global.de, 05.08.2026, 10:40 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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