DAX: Ausblick 2019 - Delle oder Absturz?

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Das Jahr 2018 ist für den DAX sehr unerfreulich verlaufen. Doch stellt das deutlich reduzierte Kursniveau nun eine Einstiegsgelegenheit im Hinblick auf das Jahr 2019 dar, oder drohen weitere Verluste?

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Die DAX-Konzerne hatten dieses Jahr mit vielen individuellen oder zumindest europaspezifischen Problemen zu kämpfen. Die Autoindustrie leidet unter einer tiefgreifenden Transformation in Richtung Elektrifizierung, Vernetzung und autonomes Fahren, die hohe Investitionen erfordert und Unsicherheit schürt. Die Sünden der Vergangenheit, die in den Nachwirkungen des Dieselskandals und dem neuen Abgasprüfverfahren WLTP zum Ausdruck kommen, haben zusätzlich belastet. Deutschlands Top-Banken bleiben hingegen im anhaltenden europäischen Niedrigzinsumfeld Sanierungsfälle, was die taumelnde Commerzbank-Aktie im Jahresverlauf sogar den DAX-Platz gekostet hat, während die im höchsten Börsensegment verbliebene Deutsche Bank kaum besser ausschaut. Und Bayer hat sich mit dem Monsanto-Kauf selbst K.O. geschlagen. Die Liste ließe sich fortsetzen…

Das hat zu hohen Kursabschlägen geführt, was die DAX-Titel optisch attraktiv aussehen lässt. Und dennoch ist Vorsicht geboten. Denn zu den individuellen Problemen hat sich ein hartnäckiger Konjunkturabschwung gesellt, der bereits im Januar 2018 gestartet ist – ablesbar unter anderem aus der Entwicklung der Industrie-Einkaufsmanagerindizes.

DAX: Intraday
DAX Chart
Kursanbieter: L&S RT

Die Kernfrage für 2019 ist nun, ob dieser Trend in einer Rezession mündet, oder ob es sich dabei um eine – sehr ausgeprägte – Stimmungsdelle handelt. In letzterem Fall würden wir mit einer DAX-Erholung im nächsten Jahr rechnen.

Wir tendieren aber leider eher dazu, dass die Börse eine Rezession ankündigt. Ein möglicher Treiber dafür könnte ein ungeordneter Brexit sein, aber auch ein weiterer deutlicher Rückgang der Konjunkturdynamik in China ist ein signifikanter Risikofaktor. Daher erwarten wir, dass der Jahresschlusskurs 2019 unter dem Niveau von Ende 2018 liegen wird.

Dennoch sehen wir eine spekulative kurzfristige Einstiegschance. Die Börsen haben in relativ kurzer Zeit viel verloren. Früher oder später wird es selbst im Baisseszenario eine Gegenbewegung geben – idealerweise bis in die Nähe der 200-Tage-Linie, die aktuell noch bei 12.200 Punkten verläuft. Sollten die konjunkturellen Frühindikatoren bis dahin keine handfesten Belege für eine neuerliche Trendwende nach oben liefern, wäre ein größerer Rebund dann ein guter Ausstiegszeitpunkt.

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