A.H.T. Syngas Technology: Klare Strategie für Wachstum - Vorstandsinterview

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Der GBC-Analyst Cosmin Filker hat mit Gero Ferges, Vorstand bei A.H.T. Syngas Technology, über die Kooperation mit INNOTEC ENERGY und deren strategischer Bedeutung gesprochen.

GBC AG: Herr Ferges, AHT hat kürzlich den erfolgreichen Abschluss eines Vertrags in Polen gemeldet. Welche strategische Bedeutung hat dieses Projekt für Ihr Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf den Referenzcharakter und mögliche Folgeaufträge?

Gero Ferges: Die Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner INNOTEC ENERGY SP. zo.o. ist für uns von großer Bedeutung. Durch die Kooperation haben wir über einen lokalen Partner Zugang zu einem der attraktivsten Märkte in Europa. Polen verfügt über eine ausgeprägte landwirtschaftliche Struktur sowie umfangreiche Waldflächen. Die dort anfallenden Biomassen und Reststoffe sind ideal für unsere Synthesegas-Projekte.

GBC AG: Was erwarten Sie mittelfristig von der Kooperation mit INNOTEC?

Gero Ferges: Aktuell verfolgen wir zusammen mit unserem Partner 17 verschiedene Projekte in Polen in unterschiedlichen Realisierungsphasen. Einige davon sind so weit vorangeschritten, sodass wir bereits im Sommer mit der Ausführungsplanung starten.

GBC AG: Können Sie das in Zahlen beziffern?

Gero Ferges: Noch in diesem Jahr sollen Projekte mit einem Umsatzvolumen von bis zu 10 Millionen Euro beauftragt werden. Bis zum Jahr 2029 sollen die beauftragten Projekte ein Volumen von über 25 Millionen Euro erreichen.

GBC AG: In welchen Ländern sind sie aktuell noch aktiv?

Gero Ferges: Auch unsere Aktivitäten in Deutschland, Österreich und den BeNeLux-Ländern schreiten voran. Insbesondere seit dem Krieg im Iran und den dadurch explosionsartig gestiegenen Erdöl- und Erdgaspreisen gibt es einen wahren Run auf unsere Technologie. Kunden wollen schlicht nicht mehr der Spielball externer Ereignisse sein, auf die sie keinen Einfluss haben. Der Autarkiegedanke steht aktuell hier im Vordergrund.

GBC AG: Sie haben kürzlich über das BiDroGen-Projekt berichtet. Was hat es damit auf sich?

Gero Ferges: Das BiDroGen-Projekt war ein öffentlich gefördertes Verbundvorhaben mit dem Ziel, eine containerisierte und somit skalierbare Prozesskette zu entwickeln, die Restholz effizient in hochreinen, brennstoffzellenfähigen Wasserstoff umwandelt. Im Zentrum standen robuste Vergasungstechnologien, eine möglichst hohe Wasserstoffausbeute sowie wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Gasaufbereitung.

Für AHT war das ein Meilenstein, weil erstmals eine zentrale Schlüsseltechnologie – die Wassergas-Shift-Stufe – erfolgreich im Containerbetrieb demonstriert wurde. Zudem haben die Ergebnisse eine klare technologische Ausrichtung gezeigt, wie das Anlagenkonzept zu gestalten ist sowie gleichzeitig belastbare Daten für die Kommerzialisierung geliefert.

GBC AG: Wie wird sich das in der Zukunft auswirken auf die AHT?

Gero Ferges: Die Ergebnisse bilden die Grundlage, um die Technologie gezielt in den Markt zu bringen. Das könnte für AHT ein außerordentlich lukrativer Zukunftsmarkt werden, vor allem mit dem erhaltenen Patent für die Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse, sind wir exzellent für die Zukunft aufgestellt.

GBC AG: Im Dezember haben Sie erfolgreich eine Kapitalmaßnahme abgeschlossen. Wie genau stärkt diese Maßnahme Ihre strategische Handlungsfähigkeit, insbesondere mit Blick auf das wachsende Contracting-Geschäft und die Vorfinanzierung größerer Projekte?

Gero Ferges: Das Geschäft der AHT ist langfristig ausgerichtet. Von der Projektplanung bis hin zur Inbetriebnahme können mehrere Monate vergehen. Unsere Pipeline ist gut gefüllt. Durch die frischen finanziellen Mittel, die wir durch die Kapitalerhöhung erhalten haben, sind wir nun in der Lage, die aktuellen Projekte in das nächste Stadium zu führen.

GBC AG: Mitte Januar haben Sie ein strategisches Update veröffentlicht. Können Sie bitte noch einmal die zentralen Aspekte dieses Updates zusammenfassen und erläutern, wie sich AHT dadurch vom klassischen Anlagenbauer zu einem Anbieter integrierter Energielösungen weiterentwickelt?

Gero Ferges: AHT ist finanziell durch die angesprochene Kapitalmaßnahme gestärkt ins Jahr 2026 gestartet und profitiert von einem ohnehin stark wachsenden Markt für treibhausarme Energie sowie nochmal mehr durch die aktuellen Ereignisse als Erdgas-Ersatz.

Die Anlaufphase für die neuen Projekte haben wir mit unserem Team dazu genutzt, die Standardisierung für unsere Modelle R116 und die dazugehörige Peripherie umzusetzen. Dadurch erzielen wir deutlich schnellere Durchlaufzeiten, was zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit führt. Auf dieser Basis sind wir nun in der Lage, die Realisierungszeit, also die Zeit von der Beauftragung bis zur Lieferung, erheblich zu verkürzen. Dies spart Kosten und steigert unsere Leistungsfähigkeit.

Wir verfügen zudem über ein Projektvolumen von über 30 Mio. Euro und verfolgen dabei systematisch den Wandel vom Anlagenbauer zum Energieversorger mit wiederkehrenden Einnahmen. Operativ setzen wir auf eine standardisierte Technologie, schnelle Skalierung sowie Effizienzsteigerungen – flankiert von strukturellen Anpassungen wie der Verlagerung des Firmensitzes nach Deutschland.

Kurz gesagt: Eine solide Finanzierung, ein wachsender Markt, standardisierte Prozesse und eine klar ausgerichtete Strategie bilden die Basis für unser weiteres Wachstum.

GBC AG: Abschließend der Blick nach vorne: Was soll sonst noch in 2026 passieren?

Gero Ferges: Wir nehmen den aktuellen positiven Schwung gern mit und werden in 2026 weiter wachsen. Last but not least sind wir bereits dabei unseren Firmensitz wieder in unsere angestammte Heimat nach Deutschland zu verlegen. Die Umsetzungen hierzu laufen und werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

GBC AG: Herr Ferges, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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