Für die Aktionäre des Medizintechnikanbieters Eckert & Ziegler gab es im Börsenjahr 2026 noch keinen Grund zur Freude. Der Kursanstieg von Jahresanfang bis Mitte Januar wurde wieder komplett abverkauft, die Aktie liegt sogar unter dem Wert zum Jahresstart. Anleger sollten jetzt überlegt handeln.
Die Aktie läuft nicht, also muss etwas faul sein: Diese nur allzu menschliche Denkweise greift manchmal etwas zu kurz. Eckert & Ziegler könnte so ein Fall sein, in dem der genaue Blick lohnen dürfte. Nachdem im Dezember 2025 der Vorstandsvertrag mit Frank Yeager nicht verlängert wurde, machten schon Gerüchte die Runde, dass bei den Berlinern die Zeichen auf Gewinnwarnung stehen. Denn Yeager verantwortete den Geschäftsbereich Isotope Products, der im Neunmonatszeitraum unter einem Umsatzrückgang litt.
Mit vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 sorgte das Unternehmen dann zumindest an dieser Flanke für Ruhe: Der Umsatz lag bei rund 312 Mio. Euro (GJ 2024: 295,8 Mio. Euro) und der Nettogewinn erreichte demnach 48 Mio. Euro (GJ 2024: 33,3 Mio. Euro). Damit hat Eckert & Ziegler die angekündigten Ziele für 2025 erreicht und gleichzeitig ein neues Rekordjahr hingelegt. Wie es 2026 weitergeht, soll dann am 26. März kommuniziert werden.
Technologisch gilt das Unternehmen als Gold-Standard in der Branche. Radioisotope werden in der Behandlung von Tumoren immer wichtiger. Mittlerweile setzt zudem die chinesische Medizin stärker auf Radioisotope, was schrittweise einen weiteren großen Markt öffnet. Ungeachtet dessen bleibt eine gewisse Abhängigkeit von den Partnern, die mitunter ihre Nachfrage den wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen anpassen.
Durch die Abspaltung der in der Wirkstoffentwicklung tätigen Tochtergesellschaft Pentixapharm sind die Ergebnisse bei der Muttergesellschaft nun geringeren Schwankungen unterworfen. Die Aktie ist gemessen an einem erwarteten Gewinn/Aktie 2026 von rund 0,80 Euro noch immer nicht günstig bewertet. Auch die aktuell von Analysten prognostizierten Wachstumsraten rechtfertigen die Bewertung noch nicht ganz. Dafür besitzen die Berliner technologisch aber eine Ausnahmestellung im Markt für Radioisotope, die wiederum für einen gewissen Bewertungsaufschlag im Medizintechnikmarkt spricht. Investoren sollten geduldig bleiben.
(aktien-global.de, 19.02.2026, 12:40 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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