Operativ läuft es beim Baukonzern Hochtief weiter rund. Die Schlagzahl, mit der neue, nennenswerte Aufträge gemeldet werden, ist beachtlich. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang währungsbereinigt um 27 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro. Die Aktie hat vom Jahreshoch bei knapp 550 Euro dennoch kräftig korrigiert. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus aber noch knapp 40 Prozent.
Der dynamische Kursanstieg bis Anfang Mai hat möglicherweise dem ein oder anderen Hochtief-Aktionär etwas den Blick auf die Realität verstellt. Getrieben von der Fantasie auf vielzählige Aufträge zum Bau von KI-Rechenzentren kannte der Kurs der Aktie nur eine Richtung. Mittlerweile hat die Hochtief-Aktie vom Hoch gut 15 Prozent korrigiert und die alte Regel, dass die Börse nun mal keine Einbahnstraße ist, bestätigt.
Dennoch: Der Mitte 2025 gestartete, äußerst dynamische Aufwärtstrend trug Früchte. Die Aktie wurde Anfang Juni erstmals in den deutschen Premium-Index DAX aufgenommen. Das erhöht die Aufmerksamkeit für Hochtief am Markt, ist jedoch kein Garant für weiter steigende Aktienkurse. Um die Notierung zu befeuern, bedarf es einer anhaltend starken operativen Geschäftsentwicklung.
Beim Akquirieren neuer und interessanter Aufträge ist Hochtief schon länger absolut DAX-reif. Anfang Juni zogen die Essener einen Flusswasserwerk-Auftrag für die deutsche Halbleiterindustrie an Land. Damit belegt das Unternehmen seine Kompetenz im Bereich der Energie-Infrastruktur. Die lukrativen und volumenstarken Aufträge kommen aber unverändert von der US-Tochter Turner, die in den USA diverse Aufträge zum Bau von KI-Rechenzentren eintüten konnte.
Die Aktie hat vom Jahreshoch spürbar korrigiert, technisch ist aber sogar der steile Aufwärtstrend seit Mitte 2025 noch intakt. Im Jahreschart zeigte sich zuletzt eine volatilere Entwicklung, was wiederum der KI- und Halbleiterindustrie geschuldet ist, die bei Hochtief zu den Kunden zählt. Noch nicht eingepreistes Potenzial könnte über die Tochter CIMIC aus dem nahen Osten kommen. Hier gibt es in der Energie-Infrastruktur der Golf-Anrainerstaaten einiges zu reparieren. Dafür bedarf es aber eines stabilen Friedens. Das Papier bot bei stärkeren Kursrücksetzern stets eine Kaufgelegenheit.
(aktien-global.de, 10.06.2026, 15:10 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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