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InterCard AG Informationssysteme: Zukäufe sind Teil der Wachstumsstrategie - Vorstandsinterview

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Der GBC-Analyst Cosmin Filker hat mit Gerson Riesle, Vorstand der InterCard AG Informationssysteme, über die Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 und die Mittelverwendung aus der Kapitalerhöhung gesprochen.
GBC AG: Herr Riesle, trotz pandemiebedingter Rahmenbedingungen ist das abgelaufene Geschäftsjahr 2021, gemäß der aktuellen Ad-hoc-Meldung, erfolgreich verlaufen. Können Sie die Entwicklung kurz skizzieren?
Gerson Riesle: Unser Konzernumsatz ist im vergangenen Jahr 2021 von rund 21 Mio. Euro auf rund 24 Mio. Euro gestiegen. Man muss aber ehrlicherweise dazu sagen, dass dieses Wachstum weit überwiegend an der erstmals ganzjährigen Konsolidierung unserer neuen Tochtergesellschaft IDpendant liegt. Man kann insgesamt sagen, dass das gesamte Jahr 2021 bei uns operativ noch von Schließungen an den Hochschulen belastet war. Aber trotz allem waren wir deutlich profitabel. Und vor allem haben sich die Rahmenbedingungen zum Jahresende 2021 stark verbessert, so dass wir mit einem guten Auftragsüberhang in das neue Jahr 2022 starten konnten.
GBC AG: Ende letzten Jahres haben Sie eine Kapitalerhöhung erfolgreich platziert. Ausgegeben wurden insgesamt 302.970 neue Aktien zu einem Preis von 7,50 EUR je Aktie und damit ist Ihnen ein Brutto-Emissionserlös von rund 2,3 Mio. EUR zugeflossen. Die zusätzlichen Mittel sollen im Rahmen der Expansionsstrategie ins Unternehmenswachstum investiert werden. Können Sie die Expansionsstrategie kurz erläutern?
Gerson Riesle: Unser Wachstum basiert auf zwei Säulen. Dem organischen Wachstum unserer Tochtergesellschaften auf der einen Seite und auf der anderen Seite weiteren Akquisitionen neuer Unternehmen. Hier suchen wir im Moment deutschlandweit und international, beispielsweise für Bayern, Norddeutschland und unseren Standort Valencia insgesamt 5 neue Vertriebsmitarbeiter. Zugleich suchen und sondieren wir derzeit weitere Übernahmemöglichkeiten und die Übernahme von Vertriebsniederlassungen im In- und Ausland. Beides wird Kapital binden. Das Eigenkapital aus der Kapitalerhöhung sowie unsere gute Bonität bei unseren Banken für die Aufnahme weiterer Darlehen hat unseren Handlungsspielraum dort extrem verbessert. Für das organische Wachstum haben wir ein neues Identifikationssystem entwickelt und erfolgreich auf den Markt gebracht, das mehr kann als ein normales Chipkartensystem. Dieses System vermarkten wir in Zukunft unter unserer neuen Marke SECANDA. Es hat eine zentrale Nutzerplattform mit einer ID für jeden Nutzer. Ferner haben wir jetzt die App zur Chipkarte und bieten die perfekte Vernetzung aller Daten, mit verbundenen Lösungen wie der Zutrittskontrolle oder Bezahllösungen bis hin zu ERP-Systemen, bei denen Vorgänge auf Basis der ID automatisch den richtigen Konten zugeordnet werden. Dieses System eignet sich insbesondere gut für unsere Internationalisierung und unsere neuen Geschäftsbereiche BUSINESS (Unternehmen, Industrie, Behörden), CARE (Kliniken, gemeinsames Wohnen) und PUBLIC (öffentliche oder halböffentliche Bereiche bis hin zu Stadien oder ganzen Technologiezentren).
GBC AG: Die InterCard AG ist nach eigenen Angaben Marktführer multifunktionaler Chipkarten im Hochschulsegment. Können Sie erörtern inwieweit die Migrationsprozesse hin zum neuen ID-Managementsystem fortgeschritten sind beziehungsweise wie gut werden die neuen Funktionen von den Kunden angenommen?
Gerson Riesle: Mit SECANDA haben wir ein völlig neues System auf den Markt gebracht, das weit mehr kann als ein klassisches Chipkartensystem. Für unsere aktuell 1,6 Mio. Studierenden, die im Moment eines unserer Systeme nutzen, bedeutet das, dass sie neben ihrer Chipkarte, also Hochschulkarte, in Zukunft auch ihr Smartphone nutzen können. Heute nutzen die Studierenden die Hochschulkarte von InterCard, um mit einer einzigen Chipkarte überall auf dem Campus zu bezahlen, Türen zu öffnen, Bücher auszuleihen, Schließfächer zu nutzen oder die Waschmaschine im Wohnheim zu starten. Künftig können sie das neben ihrer Chipkarte auch mit der App. Um Guthaben aufzuladen, müssen sie nicht mehr zu einem unserer Aufladeautomaten, sondern buchen das Geld einfach per SECANDA App von ihrem Bankkonto ab. Unseren Kunden bieten wir im Rahmen der für den Sommer geplanten Kundenveranstaltungen gut abgestimmte Migrationskonzepte an, bei denen sie all ihre installierten Terminals und Automaten, also die gesamte Installation im Feld weiter nutzen können und trotzdem von den Vorteilen des neuen Systems profitieren. Außerdem stellen wir gerade ein neues eigenes Chipkarten- und Identifikationsterminal für Bezahlvorgänge fertig, das neben NFC auch Identifikationsvorgänge auf der Basis des QR-Codes und des Standards BLE zulässt und damit auch für iPhones von Apple geeignet ist, was leider nicht selbstverständlich ist.
GBC AG: Wie schätzen Sie das aktuelle Marktumfeld bei Ihren Kernkunden aus dem Hochschulmarkt ein? Diese waren besonders von der Corona-Pandemie infolge von Schließungen/Lockdowns betroffen.
Gerson Riesle: Hier stehen die Zeichen auf Erholung. Unsere Hochschulkunden sind wieder offener für Projekte. Bei Chipkarten- und Identifikationssystemen an Universitäten, Hochschulen und Studierendenwerken haben wir in Deutschland und der Schweiz einen Marktanteil von weit über 80% und hier haben sich Schließungen vor allem in Deutschland ausgewirkt. Stark abgefedert und abgesichert allerdings durch unsere Chipkarten-, Lizenz- und Serviceverträge, also unsere nachhaltigen Geschäftsmodelle.
GBC AG: Derzeit herrschen ja noch flächendeckende Lieferengpässe, insbesondere in der Chipbranche. Sie haben Ende letzten Jahres auf der m:access-Konferenz mitgeteilt, dass Sie über das Vorratsmanagement Vorsorge getroffen haben. War die InterCard dennoch von Lieferengpässen betroffen?
Gerson Riesle: Insgesamt sind wir nach wie vor tatsächlich nicht von echten Lieferengpässen betroffen. Wir haben schon Anfang letzten Jahres in enger Abstimmung mit all unseren Hochschulkunden unsere langfristigen Chipkartenbestellungen weit über das normale Maß hinaus abgesichert und auch unser Lager für elektronische Bauteile kräftig aufgestockt.
Es gibt aber kleinere Unregelmäßigkeiten. Beispielsweise konnten wir einen Großauftrag der Polizei in Nordrhein-Westfalen über eine halbe Million Euro im Dezember 2021 nicht vollständig abschließen, weil ein paar Screens für Automaten zum Aufladen des Guthabens gefehlt haben. Die haben wir jetzt einfach im Februar installiert.
GBC AG: Im Rahmen Ihrer Wachstumsstrategie forcieren Sie gezielt die Expansion über ihre Kernmärkte wie Deutschland und die Schweiz hinaus. Können Sie schon Auskunft geben über die Fortschritte bei der Internationalisierung ihres Unternehmens?
Gerson Riesle: Wie gesagt hatten wir schon vor der Pandemie mit der Internationalisierung begonnen, wir waren dann in den letzten beiden Jahren natürlich etwas eingeschränkt und stocken hier jetzt gerade kräftig auf. Um es als Bild auszudrücken, sind wir hier in den letzten beiden Jahren wegen der Reisebeschränkungen und der gesamten Unsicherheit mal kurz in Deckung gegangen. Wir werden jetzt wieder nach vorne gehen - auf der Basis der besseren Kapitalausstattung und der Rückkehr der Sicherheit in unsere Absatzmärkte.
GBC AG: Das Thema ESG und Nachhaltigkeit wird immer präsenter. Welche Rolle spielt die Facette der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen beziehungsweise wie
spiegeln Sie Nachhaltigkeitsaspekte in Bezug auf ihre Geschäftsstrategie respektive Unternehmensphilosophie wider?
Gerson Riesle: Das ist ein wichtiges Thema, das bei uns auch nicht in jedem unserer Unternehmen gleich gelebt wird. Es wird das eine oder andere gemacht – Mitfahrgemeinschaften, Geräte abschalten und so weiter – aber ehrlich gesagt nicht mit System und nicht konsequent genug. Wir haben natürlich keine energieintensive Fertigung. Bei uns geht es um andere Faktoren. Optimierung der Anfahrten, Flottenverbrauch und beispielsweise die Umstellung aller Standorte auf Ökostrom und die Optimierung unserer Geräte im Feld. Da sind wir dran. Da hilft der neue Druck aus dem Kapitalmarkt und auch die klar formulierte Erwartung vieler unserer Mitarbeiter.
GBC AG: Herr Riesle, zum Abschluss eine Frage für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont. Wo sehen Sie die InterCard in fünf Jahren?
Gerson Riesle: Wir wollten unseren Umsatz in diesem Zeitraum auf rund 40 Mio. Euro erneut verdoppelt und dabei soll es bleiben. Wir tun alles dafür. Wir haben gerade über alle unsere Bereiche hinweg Etappenpläne ausgearbeitet, was ab sofort Monat für Monat erreicht werden muss, um im ersten Halbjahr und insgesamt in diesem Jahr die Grundlagen dafür zu legen. Wir meinen das also ernst.
GBC AG: Besten Dank für das Gespräch Herr Riesle.

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