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International School Augsburg -ISA: TOP Innovator 2021 - Vorstandsinterview

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Der GBC-Analyst Cosmin Filker hat mit Marcus Wagner, Vorstand bei der International School Augsburg -ISA- gemeinnützige AG, über die jüngsten Entwicklungen und die zukünftigen Pläne des Unternehmens gesprochen.
GBC AG: Herr Wagner, die ISA ist als erste Bildungsaktie Europas nun seit mehr als einem halben Jahr im m:access-Segment der Börse München notiert. Wie sind ihre bisherigen Erfahrungen als Pionier im Bildungssegment am Kapitalmarkt?
Marcus Wagner: Wir sind von der Richtigkeit und der Innovationskraft unseres Vorgehens hundertprozentig überzeugt. Der IPO hat uns Zugang zum Kapitalmarkt und dessen Finanzierungsinstrumenten gegeben. Die stark gestiegene, öffentliche Wahrnehmung für die Notwendigkeit “privater Investition in Bildung” und der ISA als “Vorreiter” in diesem Thema gibt uns die Bestätigung für unser Vorgehen. Und vielleicht hat es dazu beigetragen, dass die ISA von Deutschlands renommiertesten Mittelstandswettbewerb TOP100 als erste Schule überhaupt als TOP Innovator 2021 ausgezeichnet wurde.
GBC AG: Im Rahmen des IPO war zur Finanzierung des neuen Schulcampus ein Emissionserlös in Höhe von 8,0 Mio. € geplant. Erzielt wurden aber zunächst nur 1,74 Mio. €. Lässt sich das Neubauvorhaben auch vor diesem Hintergrund umsetzen?
Marcus Wagner: Insgesamt verfügt die ISA heute bereits über ein Eigenkapital von 5,2 Mio. € und “stille Reserven” aus der eigenen Immobilie. Mit dem Neubauvorhaben kann damit auf jeden Fall begonnen werden. Im Verlauf der Planung und des VgV-Verfahrens wird sich zeigen, ob es eine Finanzierungslücke gibt und wenn ja, wie groß diese sein wird. Wir planen, darauf mit einem der jetzt an der Börse verfügbaren Finanzierungsinstrumente, wie Anleihen, Wandelschuldverschreibungen, o.ä., zu reagieren.
GBC AG: Können Sie etwas über den aktuellen Stand des neuen Campus-Projektes sagen?
Marcus Wagner: Mitte des Jahres haben wir die Planungen in einer Vorphase im Rahmen des Projektes “Phase 0” und in Kooperation mit Studierenden des Studiengangs Transformation Design der Hochschule Augsburg und hsa transfer begonnen. Im Anschluss haben wir nach Auswahl des Architekturbüros zusammen mit behnisch Architekten die eigentliche Phase 0 gestartet, die mit dem sogenannten Raumbuch endet. Im Anschluss geht es in die Antragstellung der Fördermittel und das Ausschreibungsverfahren für das ausführende Architekturbüro und die Gebäudearchitektur.
GBC AG: Der im August 2021 veröffentlichte Halbjahresbericht vermittelt ein durchaus positives Bild zur aktuellen Lage der ISA. Vor allem die Tatsache, dass keine Covid-19 bedingten negativen wirtschaftlichen Einflüsse festgestellt wurden, fällt ins Auge. Selbst die Prognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr (Geschäftsjahresende 31.08.2021) wurden angehoben. Warum war die ISA bislang wenig von den pandemiebedingten Einflüssen betroffen?
Marcus Wagner: Ich denke, dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist der Anteil der lokalen Eltern an der ISA mit 50 Prozent verhältnismäßig hoch, so dass die Schule nicht so stark von den Konsequenzen betroffen war, die die Unternehmen in Corona bei der Versetzung internationaler Mitarbeiter und deren Familien ergriffen haben. Zum anderen war die ISA in Sachen Online-Unterricht von Anfang an optimal aufgestellt. Unterrichtsausfall gab es an der ISA bis dato faktisch nicht. Und Eltern suchen natürlich nach einer verlässlichen Schulsituation.
GBC AG: Wie haben sich die Schülerzahlen im neuen Schuljahr entwickelt?
Marcus  Wagner: Mit 346 eingeschriebenen Schülern zum Schuljahresbeginn 2021-22 haben wir gut 5 Prozent mehr Schüler als im Vorjahr und einen neuen Allzeit-Höchststand. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch weiter gut durch Corona kommen werden.
GBC AG: Was sind die nächsten Schritte operativer Natur und am Kapitalmarkt?
Marcus Wagner: Im Mittelpunkt stehen natürlich die Planungen für den neuen Schulcampus. Außerdem suchen wir für das neue Schuljahr einen neuen pädagogischen Vorstand. Im Dezember werden wir das wichtige Thema “private Investition in Bildung” und die ISA bei der Münchner Kapitalmarktkonferenz vorstellen. Im neuen Jahr werden wir uns mit der Finanzierungssituation des Neubauvorhabens beschäftigen und am 25.2.2022 findet unsere erste Hauptversammlung als börsennotierte Gesellschaft statt.
GBC AG: Das Thema ESG, Nachhaltigkeit und positiver Impact ist bei Ihnen als gemeinnützige AG besonders verankert. Bitte erläutern Sie uns hier nochmal kurz Ihre Position und Strategie.
Marcus  Wagner: Als Internationale Schule sind Themen wie interkulturelle Vielfalt, Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung oder die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN nicht nur wichtig in der Schulpädagogik und für das IB Learner Profil, sondern auch Leitlinien für unser “Leben” als Unternehmen. Um diese Leitlinien zum Ausdruck zu bringen, hat die ISA im vergangenen Jahr ihr neues Vision-Statement “We see! We care! We act! We look after the planet, one another and ourselves!” entwickelt. Die ISA ist Mitglied der “Charta der Vielfalt”, wurde zum zweiten Mal in Folge als “Eco-School” ausgezeichnet und wird im laufenden Geschäftsjahr als Mitglied der Gemeinwohlinitiative Bayern ihre erste Gemeinwohlbilanz erstellen. Im neuen Schuljahr haben wir ein Projekt gestartet, mit dem wir möglichst schnell unsere CO2-Neutralität erreichen möchten. Ich meine auch, dass es Zeit wird für eine “echte ESG-Anleihe”, die sich von Greenbonds, Social- oder Sustainability Bonds, die nur Teile des ESG-Themas abdecken, unterscheidet. Die Gemeinwohlökonomie-Initiative ist der ideale Ausgangspunkt dafür.
GBC AG: Wird Ihre Positionierung bereits von Nachhaltigkeitsinvestoren gewürdigt? Sie müssten hier zukünftig doch besonders im Fokus stehen.
Marcus Wagner: Beim IPO war es sehr auffallend, dass wir praktisch ausschließlich Privatinvestoren in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine Investition in Bildung begeistern konnten. Institutionelle Investoren sind leider fast ausschließlich “dividendengetrieben”, was wir als gAG nicht bieten können. Privatinvestoren scheinen bereits viel besser erkannt zu haben, dass der größte Anteil einer Anlagerendite aus der langfristigen Unternehmenswertentwicklung und der damit einhergehenden Kursentwicklung kommt. So haben die beiden schon lange am Kapitalmarkt notierten gAGs in den letzten 10 Jahren ihren Aktienkurs um 200 Prozent gesteigert.
GBC AG: Können Sie schon einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2021/2022 geben?
Marcus Wagner: In Anbetracht der positiven Schülerzahlentwicklung dürfen wir  mit einem positiven Verlauf rechnen. Nachdem das Ergebnis in den letzten beiden Geschäftsjahren von den außerordentlichen Kosten des Börsenganges negativ beeinflusst war, sind wir zuversichtlich, die positive Entwicklung der Schule der Vorjahre fortsetzen
zu können.
GBC AG: Herr Wagner, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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