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KATEK: "Das stärkste Quartal der Unternehmensgeschichte" - Vorstandsinterview

Veröffentlicht am

Der Analyst Felix Haugg von GBC hat mit dem CEO & Co-Founder Rainer Koppitz von KATEK SE über die Perspektiven und die Wachstumsaussichten des Unternehmens gesprochen.

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GBC AG: Herr Koppitz, bitte geben Sie uns zum Einstieg einen kurzen Überblick über Ihr Unternehmen und Ihre Strategie.

Rainer Koppitz: Gerne, wir sind im letzten Jahr auf 540 Mio. Euro Umsatz gekommen und sind damit in Europa die Nummer Drei und Deutschland die Nummer Zwei in unserem Markt. Wir realisieren das mit zirka 2.800 Mitarbeitern an zahlreichen Standorten in Deutschland, Osteuropa und zunehmend auch in Nordamerika und Asien. Die Strategie ist einfach: Alle reden über Digitalisierung, das Herz dieser Digitalisierung ist aber die Elektronifizierung, also Produkte, Systeme und Maschinen, die dank Elektronik – Hardware wie Software – intelligent werden, also denken können, Informationen aufnehmen und miteinander kommunizieren. Der Wertschöpfungsanteil der Elektronik in einem Auto lag 1995 bei fünf Prozent. Bei den elektrischen Fahrzeugen der neuen Generation, wie dem Porsche Taycan, dürften es bereits 50 % sein. Die gesamte europäische Industrie ist auf Partner angewiesen, die mit ihnen diese Elektronik entwickelt und fertigt. Die zunehmende Abhängigkeit in diesen Schlüsseltechnologien von Asien und den USA ist bedenklich und KATEK will diese Lücke schließen. Ich denke, unser eindrucksvolles Wachstum von mehr als 30 % allein im letzten Jahr bestätigt diese Strategie.

GBC AG: Unsere Welt befindet sich aktuell in einem sehr dynamischen Wandel, alles wird elektrifiziert, smart und connectet. Wie profitieren Sie als Elektronikdienstleister von diesem stark wachsenden Markt?

Rainer Koppitz: Wir positionieren uns als europäisches Unternehmen, als Partner, der seinen europäischen Industriekunden der verschiedensten Branchen wie Maschinenbau, eMobility, Healthcare, Robotik, Smart Home oder Erneuerbare Energien das komplette Elektronikpaket anbieten kann. Angefangen bei Zusammenarbeit in der Entwicklung, Prototyping, der Beschaffung der notwendigen Materialien (gerade aktuell zeigt sich, wie emi-nent wichtig ein schlagkräftiges Beschaffungswesen ist!), bis hin zur Produktion der Elektronik oder gar des kompletten Gerätes samt Logistik und angeschlossenem Support. Wir sind in diesem Segment das am stärksten wachsende Unternehmen Europas und die Reise ist noch lange nicht zu Ende…

GBC AG: Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine hat sich eine Abkehr von den fossilen Energieträgern abgezeichnet. Vor allem in den Bereichen Mobilität und Heizen pocht die Politik auf einen raschen Wandel. Wie sind Sie in diesen Märkten aufgestellt und wie können Sie von diesem langfristigen Trend profitieren?

Rainer Koppitz: Absolut! Wir sind gerade in den genannten Bereichen perfekt aufgestellt. Schauen Sie, im Bereich eMobility haben wir den besten AC-Charger der Welt entwickelt, den ghostONE, der nun in die Vermarktung geht. Ein Whitelabel-Charger, der das obere Segment des Heimladens und des halböffentlichen Ladens bedienen wird. Die installierte Basis in Europa in diesem Volumensegment wird von heute unter fünf Millionen Stück auf etwa 65 Millionen Stück im Jahr 2035 ansteigen. Unser großer Vorteil hier ist nicht nur das beste Produkt am Markt mit voller ISO15118-Kompatibilität – dem Goldstandard für intelligentes Laden der Zukunft - sondern eben auch, dass wir angefangen von der Entwicklung auch die gesamte Materialversorgung und Produktion beherrschen und selber machen können. Damit werden wir die Skalierung besser hinbekommen als Anbieter, die nicht über unsere Erfahrung in der Elektronik verfügen. Die Marktanteile werden nicht nur nach technischen Merkmalen oder Design verteilt werden – sondern eben auch aufgrund der Lieferfähigkeit in schwierigen Zeiten. Ach ja, und im Bereich der Renewables sind wir der führende Anbieter von Leistungselektronik für Solarspeichersysteme, einem der heißesten Marktsegmente überhaupt. Wir haben in diesem Bereich letztes Jahr bereits zirka 50 Mio. Euro Umsatz gemacht und aufgrund der vorliegenden Bestellungen kann das gut auf eine Verdopplung in den nächsten 18 Monaten hinauslaufen. Diese Segmente machen Spaß!

GBC AG: Am 11. Mai haben Sie überzeugende Zahlen für das erste Quartal vermeldet. Ihr Umsatz lag bei 158,4 Mio. € und Ihr EBITDA auf 9,7 Mio. € gesteigert. Können Sie uns kurz die Guidance für das Jahr 2022 darstellen?

Rainer Koppitz: Mit den Zahlen für das erste Quartal 2022 sind wir in der Tat sehr zufrieden. Trotz des herausfordernden Marktumfelds haben wir das stärkste Quartal der Unternehmensgeschichte gehabt. Sowohl Umsatz als auch das operative Ergebnis konnten erheblich gesteigert werden. Für das Gesamtjahr 2022 haben wir angekündigt mindestens acht Prozent organisch zu wachsen. Gleichzeitig soll das operative Ergebnis mindestens um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen. Die geplante Übernahme von SigmaPoint ist in dieser Berechnung noch nicht enthalten. Aufgrund des hohen Auftragsbestands sowie der hohen Book-to-Bill-Ratio von 1,25 müssten wir normalerweise unsere Jahresprognose anheben. Hiermit wollen wir noch etwas warten. Aktuell sind die Unsicherheiten in den Lieferketten und Absatzmärkten nach wie vor hoch und somit schwer kalkulierbar. Sobald wir mehr Klarheit haben, werden wir das kommunizieren. Uns ist klar, dass die Zahlen in Q1 eine deutlich optimistischere Sprache sprechen, wir bleiben dennoch vorsichtig. Wir sind lieber in der Ecke „underpromise and overdeliver“…

GBC AG: Neben dem organischen Wachstum streben Sie auch M&A-Aktivitäten an. Wie ist der aktuelle Stand bei SigmaPoint? Streben Sie weitere Aktivitäten im Jahr 2022 an?

Rainer Koppitz: Wir sind bei der Transaktion schon sehr weit. Aktuell klären wir noch die letzten Details und insbesondere die Local Authorities in Kanada müssen vor Closing zustimmen, das wird im Laufe des Sommers durch sein. Und wir haben dann in Nordamerika ein Standbein, ein sehr gutes sogar, und können unsere europäischen Kunden auf Wunsch auch dort bedienen, was ein absolutes Muss ist als europäische Nummer Drei! Das muss aber nicht die letzte Übernahme in diesem Jahr sein. Wir schauen uns laufend Gesellschaften an, zirka ein Dutzend jeden Monat. Allerdings kaufen wir auch nicht blind zu. Es muss strategisch passen, ähnlich wie bei SigmaPoint. Die Gesellschaft ist einer der führenden Elektronik-Dienstleister in Kanada.

GBC AG: Die Aktie der KATEK ist nun seit rund einem Jahr an der Börse gelistet. Wie fassen Sie dieses erste Jahr für sich zusammen und haben sich die Erwartungen an den Kapitalmarkt erfüllt?

Rainer Koppitz: Kurz zusammengefasst - sehr spannend. Wir sind in einem sehr herausfordernden und volatilen Marktumfeld an die Börse gekommen. Die Börse bietet uns die Möglichkeit unsere Buy-and-Build-Strategie umzusetzen. Nicht zuletzt mit den Mitteln der Börse wird es uns gelingen, schnell zur Nummer Zwei in Europa zu werden. Das der Aktienkurs aktuell kein Grund zur Freude bereitet ist auch klar. Aber der Kurs und das operative Umfeld klaffen gerade auseinander. Im Großen und Ganzen können wir nur unser Geschäft beeinflussen. Wir haben aber wenig Einfluss darauf, was die Investoren mit der Aktie machen. Wir haben bisher jedes unserer Versprechen vor dem Börsengang eingelöst und auch unsere Guidance letztes Jahr in schwierigstem Umfeld stets aufrechterhalten und im Midpoint auch erreicht. Promised, delivered. So wollen wir das auch künftig halten. Wer an die Elektronifizierung als unumkehrbaren Trend in allen Industrien glaubt, kann in Deutschland mit KATEK als einzigem börsennotierten Unternehmen in diesem Bereich, an den enormen Chancen teilhaben.

GBC AG: Können Sie uns noch einen kurzen Ausblick auf die kommenden Jahre geben? Wo sehen Sie die KATEK SE in fünf Jahren?

Rainer Koppitz: Der berühmte Blick in die Glaskugel! Wir haben klar definierte Ziele. Schon in einigen Jahren möchten wir einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erwirtschaften, die Nummer Zwei in Europa werden und uns immer mehr in Richtung zehn Prozent operativem EBITDA entwickeln. Alles machbar - und wenn wir so weiterwachsen ist das auch sehr realistisch.

GBC AG: Abschließende Frage: Das Thema Nachhaltigkeit & ESG wird für Investoren immer bedeutender. Wie ist Ihre Nachhaltigkeitsstrategie und wie haben Sie dies bei KATEK bereits umgesetzt?

Rainer Koppitz: Wir sind der Überzeugung, dass sich unternehmerische Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft und nachhaltiges Wachstum nicht ausschließen. Bei KATEK nehmen wir das Thema sehr ernst. Nachhaltiges Wirtschaften ist in der heutigen Zeit unabdingbar. Im vergangenen Jahr haben wir eine interne Analyse zu Umwelt-, Sozial- und Governancethemen durchgeführt, um den richtigen Ansatzpunkt zu finden. So haben wir beispielsweise einen Lieferantenkodex aufgesetzt und die Berechnung des CO2-Fußabdrucks der KATEK-Gruppe durchgeführt. Damit aber noch lange nicht genug. In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit der Förderung der Vielfalt im Unternehmen, Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Lieferanten sowie umweltfreundlichen Verpackungen.

GBC AG: Herr Koppitz, vielen Dank für das Interview.

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