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Lupus Alpha Micro Champions: Outperformance in der Nische - Managementinterview

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Die Analysten von GBC haben mit Jonas Liegl, Manager des Lupus Alpha Micro Champions Fonds, über die Anlagestrategie, die Ziele und die Einschätzung für das Marktumfeld gesprochen.
GBC: Bitte um eine Kurzerläuterung der Strategie und was ist in Ihren Augen der USP, der diese Strategie von den anderen Fonds unterscheidet?
Jonas Liegl: Micro Champions sind die kleinsten der börsennotierten Unternehmen. Sie bieten frühen Zugang zu Unternehmen in einer frühen Wachstumsphase, werden aber in der Öffentlichkeit neben Large, Mid und Small Caps kaum wahrgenommen. Als Spezialist für europäische Nebenwerte haben wir bereits im Jahr 2005 eine europäische Micro-Cap-Strategie aufgelegt. Wir fokussieren uns auf die Identifikation der attraktivsten MicroCaps in Pan-Europa und decken die gesamte Bandbreite zwischen 50 und 750 Mio. Euro Marktkapitalisierung (bei Erstinvestment) ab. In diesem Segment gibt es besonders große Informationsineffizienzen aufgrund der geringen Research-Abdeckung von externen Häusern. Das machen wir uns zunutze und bauen uns über unseren Bottom-Up-Analyseansatz einen nachhaltigen Informationsvorsprung auf. Ein wichtiger Input in unserem Analyseansatz sind weit über 1.000 persönliche Unternehmenskontakte im Jahr. Hervorzuheben an unserer Micro-Cap-Strategie ist die Identifizierung der Zielunternehmen in einem schon sehr frühen Stadium, um am Wertzuwachs der gesamten Wachstumsphase zu partizipieren und erfolgreiche Unternehmen in dieser Phase ggf. auch aktiv mit Wachstumskapital zu unterstützen. Das spiegelt sich auch in dem hohen Anteil an Beteiligungen an Unternehmen unter 250 Mio. Euro Marktwert wider. Der Erfolg unserer europäischen Micro-, Small- und Mid-Caps-Strategien allgemein basiert auf der Kompetenz und Erfahrung unseres Teams sowie auf unserer Unternehmenskultur. Wir haben eines der größten rein auf europäische Nebenwerte fokussierten Teams in Europa, welches sich durch langjährige Investmenterfahrung, Seniorität und gleichzeitig auch Heterogenität hinsichtlich der regionalen und sektoralen Kompetenz auszeichnet. Spezialisierung ist der zentrale Gedanke in der Investmentphilosophie von Lupus alpha. Wir sind nur in Anlagenischen tätig, in denen man mit aktivem Management langfristig wiederkehrend Outperformance erzielen kann.
GBC: Gibt es eine Zielgröße, die Sie bei den Renditen, Volatilitäten etc. anstreben und wurde diese in der Vergangenheit erreicht?
Jonas Liegl: Wir streben eine deutliche Outperformance bei gleichzeitig niedriger Volatilität gegenüber der Benchmark an. Wir haben die Benchmark in neun der vergangenen zehn Jahre geschlagen und im Durchschnitt 3,85% Alpha p.a. seit Auflegung erzielt. (Anmerkung GBC: Auflagedatum der Anteilsklasse „CAV“: 16.06.2005)
GBC: Wie schätzen Sie das aktuelle Marktumfeld ein?
Jonas Liegl: Die aktuelle Marktsituation in Europa wird durch den Krieg in der Ukraine und seine möglichen Folgen dominiert. Vorhersagen oder Prognosen über den weiteren Verlauf der Krise sind seriös nicht möglich. Sicher ist jedoch, dass sich wesentliche Veränderungen der globalen Handelsströme und erhebliche wirtschaftliche Folgen aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber Russland ergeben. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Firmen in Deutschland und Europa werden die Folgen spüren – etwa durch gestiegene Rohstoffpreise oder auch zurückhaltendes Konsumentenverhalten. Komplexe globale Lieferketten führen zusätzlich dazu, dass Unternehmen, die gar keine direkte Verbindung mit Russland oder ein Ukrainegeschäft haben, betroffen sein können. Sollte sich die Inflation längerfristig auf hohem Niveau halten und insbesondere die amerikanische Notenbank die Zügel der Geldpolitik weiter anziehen, könnte die gestörte Produktion in Europa zu einem verstärkten konjunkturellen Abschwung bis hin zu einer Rezession führen, die alle Unternehmen in Europa – und damit den gesamten europäischen Aktienmarkt – belastet. Da wir für unsere Portfolien überwiegend gut positionierte Unternehmen mit einer soliden Preismacht auswählen, sollten erhöhte Inflationsraten keinen größeren negativen Einfluss auf die Ergebnisse unserer Portfolio-Holdings haben. In solchen Marktphasen dominieren üblicherweise makrogetriebene Entscheidungen und fundamentale Gesichtspunkte zu einzelnen Aktien treten häufig in den Hintergrund. Für aktive Manager bedeutet dies, dass es kurzfristig zu Underperformance kommen kann. Andererseits ergeben sich gerade in solchen Marktphasen viele interessante Chancen für aktive Stockpicker.
GBC: Welche Anlegerzielgruppe soll von Ihnen primär angesprochen werden und wie sieht gegenwärtig Ihre Investorengruppe aus?
Jonas Liegl: Aufgrund der Spezifität der Assetklasse, welche den Zugang zu jungen und wachstumsstarken Unternehmen ermöglicht, sind Micro Caps meist ein Thema für institutionelle und professionelle Anleger. Doch Nebenwerte rückten aufgrund ihrer hervorragenden Performance in den vergangenen Jahren, gerade auch im Vergleich zu Blue Chips, immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Damit wird dieses Segment auch für Privatanleger mit mittel bis langfristigem Anlegerhorizont zunehmend interessanter – sofern sie erkannt haben, dass sie hier über einen Börsenzyklus deutlich mehr Rendite bei geringerer Volatilität erzielen können als mit Standardwerten.
GBC: Das Thema ESG und Nachhaltigkeit wird immer präsenter. Welche Rolle spielt die Facette der Nachhaltigkeit bei Ihrem Fonds beziehungsweise wie spiegelt sich die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in Ihrer Fondsstrategie wider?
Management: Bei der fundamentalen Bewertung eines Unternehmens spielen E-, S- und G-Faktoren eine entscheidende Rolle – ein guter Bottom-up-Stockpicker lässt diese Faktoren in seinen Investmentprozess einfließen, bevor er seine finale Investmentscheidung fällt. Je segmentierter der Markt und je kleiner die Unternehmen, desto spärlicher sind jedoch relevante ESG-Daten vorhanden. Für das betrachtete Marktsegment (europäische Micro Caps) trifft dies in besonderem Maße zu, ein formeller ESG-Prozess kann aus diesem Grund nicht glaubhaft umgesetzt werden. Deswegen verzichten wir in der Strategie auf einen formalen ESG-Prozess und stufen sie gemäß Artikel 6 der SFDR-Offenlegungsverordnung ein. Hierbei sollte beachtet werden, dass ein Verzicht auf einen formalen Prozess nicht bedeutet, dass der zuständige Portfolio-Manager ESG-Kriterien bei seinen Investmententscheidungen unberücksichtigt lässt. Vielmehr wird ihm – als „Unternehmens-Kenner“ – der nötige Freiraum eingeräumt, seine Meinung unbürokratisch und auf Basis seiner eigenen Analyseergebnisse und Branchenkenntnis umzusetzen. Um dennoch ein Mindestmaß an ESG-Kriterien gewährleisten zu können, hat Lupus alpha darüber hinaus Mindestkriterien für alle seine Fonds definiert, die konsequent und unternehmensweit umgesetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist der Ausschluss kontroverser Waffen: Wir schließen grundsätzlich alle Unternehmen aus, die sich mit der Produktion oder dem Vertrieb kontroverser Waffen befassen. Dabei berücksichtigen wir sowohl Konzernbeziehungen als auch Eigentumsverhältnisse.
GBC. Haben Sie selbst in Ihr Produkt investiert?
Jonas Liegl: Ja, ich selbst bin ebenfalls in unserem Fonds investiert, weil ich von der Assetklasse ebenso wie von unserem Micro-Caps-Ansatz zu 100 Prozent überzeugt bin.

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