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Nach Darstellung der Analysten Marcel Goldmann und Cosmin Filker von GBC hat die SBF AG im Geschäftsjahr 2018 (per 31.12.) einen konsolidierungsbedingten Umsatzrückgang verbucht, das Nettoergebnis bedingt ...» weiterlesen

SBF AG: Fokus auf Wachstumssektor Bahntechnik - Vorstandsinterview

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GBC-Analyst Marcel Goldmann hat im Interview mit Rudolf Witt, dem Vorstandssprecher der SBF AG, über die aktuellen Entwicklungen in der Bahnindustrie sowie über die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2019 beim Unternehmen gesprochen.

GBC: Herr Witt, der weltweite Bahntechnikmarkt gilt als nachhaltiger Wachstumssektor. Welche Entwicklungen bzw. Trends lassen sich aktuell innerhalb dieses Segments beobachten und mit welchem Marktverlauf rechnen Sie in den kommenden Jahren?

Herr Witt: Es ist richtig den weltweiten Markt für Bahntechnik als konjunkturunabhängigen nachhaltigen Wachstumssektor zu bezeichnen. Durch die weiterhin steigende Zahl der Weltbevölkerung und die gleichzeitige umweltrelevante Diskussion um die negativen Auswirkungen des Automobilverkehrs wird zwangsläufig in die Schiene weiter investiert werden. Die Mobilität der Zukunft wird für die meisten Menschen auf der Schiene stattfinden. Somit rechnen wir auch zukünftig mit einem deutlichen Wachstum des globalen Bahntechnikmarkts.

GBC: Die Deutsche Bahn hat aktuell mit vielen Problemen, wie bspw. häufige Zugausfälle, zu wenige Ersatzzüge oder ein veraltetes Schienennetz zu kämpfen, was oftmals zu Verspätungen im Reiseverkehr führt? Um dieser Krise zu begegnen, strebt die Bahn eine Investitionsoffensive vor allem in Züge, Personal und Schienennetz an. Auf welche Art und Weise kann Ihr Unternehmen von dieser Investitionspolitik der Deutschen Bahn AG profitieren?

Herr Witt: Gerade in der jüngsten Vergangenheit sind eindeutige Signale vom Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG erfolgt, welche schnellstmöglich die Verbesserung der negativen Performance der DB AG fordern. Da die bisher gesteckten Ziele der Deutschen Bahn regelmäßig verfehlt wurden, erhöht das Bundesverkehrsministerium den Druck und stellt darüber hinaus überproportional hohe Investitionsmittel zu Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass unsere starken Auftraggeber hiervon profitieren werden und in weiterer Folge unser Unternehmen.

GBC: Laut Medienberichten sind in Großbritannien umfangreiche Bahngroßprojekte im Multi-Milliardenbereich in der Planung bzw. teilweise sogar schon beschlossen. Diese beinhalten u.a. auch massive Investitionen in neue Züge. Steht diese Region auch bei der SBF im Fokus der Geschäftstätigkeit?

Herr Witt: Speziell England ist für uns ein hochattraktiver Markt, da besonders dort ein sehr hoher Investitionsstau besteht. Aus diesem Grund hat die englische Regierung ein umfangreiches Milliardenprogramm zur Modernisierung des gesamten Schienennetzes verabschiedet. Die Planungen sehen Investitionen von über 200 Mrd. Pfund innerhalb der nächsten 10 Jahre vor. Da bei ersten Ausschreibungen auch unsere Großkunden attraktive Aufträge gewinnen konnten, werden wir bereits jetzt als möglicher Lieferant angefragt, was uns positiv stimmt. Eine Blackbox zum heutigen Zeitpunkt ist das ungeklärte Thema zum Brexit, was automatisch Investitionsunsicherheit mit sich bringt. Sollten jedoch die Rahmenbedingungen stimmen, so halten wir einen Produktionsstandort in England nicht für ausgeschlossen.

GBC: Die Unternehmensstrategie der SBF AG war in den vergangenen drei Jahren sehr stark auf eine Konsolidierung des Unternehmens ausgerichtet. Diese Phase wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Welchen strategischen Kurs verfolgt Ihre Gesellschaft fortan?

Herr Witt: Die letzten drei Jahre haben dank erfolgreicher aber auch großer Anstrengungen SBF zum bevorzugten Tier-One Lieferanten bei allen großen Schienenfahrzeugherstellern gemacht. Durch absolute Top-Performance werden wir unsere Stellung weiter ausbauen und die Zukunft des Unternehmens nun offensiver gestalten, jedoch mit Maß und Ziel. Dank der Unterstützung wesentlicher bei SBF investierter Akteure stehen uns hier sehr gute Möglichkeiten zur Erreichung des angestrebten Wachstums zur Verfügung.

GBC: Um zusätzliches Wachstumspotenzial zu erschließen, streben sie u.a. auch strategische Zukäufe an. Welche Art von Übernahmeobjekten haben Sie hierbei im Fokus und ist eine solche Akquisition bereits in naher Zukunft geplant?

Herr Witt: Richtig ist, dass unser Unternehmen jetzt nach Abschluss der Konsolidierungsphase nun die Phase des gesunden Wachstums einläutet. Wir verfolgen hier zweierlei Stoßrichtungen: Zum einen das Wachstum aus eigener Kraft durch große Investitionen in unsere Wertschöpfungstiefe zur Stabilisierung und zum Ausbau unserer ohnehin schon starken Wettbewerbsfähigkeit, zum anderen sehen wir uns gerne nach attraktiven Akquisitionsmöglichkeiten um, sofern diese zum Schienenfahrzeugmarkt gehören und entsprechende Synergieeffekte mitbringen. Die Umsetzung dieser umfangreichen Wachstumsinvestitionen ist für dieses und das kommende Jahr geplant.

GBC: Wie ist Ihr Ausblick auf 2019? Was kann man im laufenden Geschäftsjahr von der SBF AG erwarten?

Herr Witt: 2019 wir ein spannendes Jahr für uns. Wir erwarten einen verstärkten Auftragseingang, was anhand entsprechender Anfragen unserer Kunden auch zu erwarten ist. Es ist daher auch davon auszugehen, dass wir den Umsatz des Vorjahres auf jeden Fall übertreffen werden und auch weiterhin mit steigenden Umsatz- und Ertragszahlen rechnen können. Speziell die optimale Einbindung der vorgenannten Investitionen stellen wichtige strategische Schritte dar, die unser Unternehmen in vielerlei Hinsicht weiter voranbringen werden.

GBC: Wo sehen Sie den SBF-Konzern in 3 bis 5 Jahren?

Herr Witt: Die SBF-Gruppe hat sehr großes Potential, welches bis heute noch nicht vollständig gehoben ist. Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass wir noch sehr große Möglichkeiten in der Zukunft sehen, da die jetzt geschaffenen und bestehenden Rahmenbedingungen optimal sind. Wir sehen uns am Anfang einer noch außerordentlich positiven Entwicklung, durch die wirklich besonders positive Ausgangslage durch unsere strukturierte unternehmerische Aufstellung und dem konjunkturunabhängig nachhaltig stark wachsenden Markt, in dem wir unterwegs sind. Ich halte es für durchaus möglich, dass unser Unternehmen in einigen Jahren ein Vielfaches größer und ertragreicher sein wird wie heute und im Schienenfahrzeugmarkt ein unübersehbarer und hocheffizienter Player sein wird.

GBC: Herr Witt, vielen Dank für das Gespräch.

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