Unicredit Kolumne

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Durchschlagende Wirkung

29.09.2015

Optionsscheine bieten Anlegern die Chance, mit relativ geringem Einsatz hohe Gewinne zu erzielen. Aber sie sind auch mit einem erho?hten Risiko verbunden. Umso wichtiger ist es zu verstehen, wie sich die implizite Volatilita?t auf den Preis von Optionsscheinen auswirkt.

onemarkets MagazinAnleger begehen ha?ufig den Fehler, beim Kauf von Optionsscheinen ausschließlich auf den Basiswert fixiert zu sein. Das ist der Bezugswert, der dem Optionsschein zugrunde liegt, zum Beispiel eine Aktie. Der impliziten Volatilita?t und der von ihr ausgehenden Wirkung auf den Preis eines Optionsscheins wird dagegen kaum oder gar keine Beachtung geschenkt. Dabei entscheidet gerade diese Kennzahl oftmals daru?ber mit, ob ein Trade von Erfolg gekro?nt ist oder nicht. Die implizite Volatilita?t gibt Auskunft u?ber die erwartete Intensita?t von Preisschwankungen eines Basiswerts. Um zu erkennen, welche Effekte von ihr ausgehen, muss man zuna?chst wissen, dass sich der Preis eines Optionsscheins aus einem inneren Wert und einem Zeitwert zusammensetzt.

Innerer Wert und Zeitwert

durchschlagend700Der innere Wert la?sst sich relativ einfach ermitteln. Bei einem Call-Optionsschein zum Beispiel ergibt er sich aus der Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem Basispreis des Optionsscheins, gegebenenfalls multipliziert mit dem Bezugsverha?ltnis. Notiert der Basiswert unter dem Basispreis, dann wa?re der innere Wert null. Der Zeitwert wiederum ist – vereinfacht ausgedru?ckt – als eine Art Pra?mie zu verstehen, die der Ka?ufer eines Optionsscheins fu?r die Chance zahlt, dass die Spekulation im Zeitverlauf aufgeht. Wie hoch er ist und wie er sich vera?ndert, ha?ngt von verschiedenen Faktoren ab. Zu den wichtigsten geho?ren neben der (Rest-) Laufzeit des Optionsscheins, der Kursentwicklung des Basiswerts insbesondere die implizite Volatilita?t des Basiswerts.

Einflussfaktor „Vola“

Je ho?her die implizite Volatilita?t, umso sta?rker die erwarteten Kursschwankungen und umso gro?ßer die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Basiswert in die gewu?nschte Richtung bewegt. Das heißt: Je ho?her die erwartete Volatilita?t, umso ho?her ist der Zeitwert eines Optionsscheins. Dies gilt gleichermaßen fu?r Call- und Put-Optionsscheine. Grundsa?tzlich sind Optionsscheine also vergleichsweise teuer, wenn an den Finanzma?rkten die Kursschwankungen stark ausfallen – und umgekehrt. Ein Punkt, der von Optionsschein-Anlegern in diesem Zusammenhang oftmals unterscha?tzt wird, sind die zum Teil heftigen Auswirkungen auf den Zeitwert, wenn sich die implizite Volatilita?t des Basiswerts vera?ndert. Dazu muss man wissen, dass die Volatilita?t in Zeiten starker Kursverluste in der Regel besonders hoch ist, da Kursverluste zumeist ruckartig erfolgen. Stabilisiert sich der Markt und die Kurse tendieren wieder nach oben, geht die Volatilita?t zumeist sehr schnell zuru?ck.

Vola­-Effekte

Wer einen Call-Optionsschein nach einem Kursrutsch relativ teuer erwirbt, um damit auf eine Gegenbewegung zu spekulieren, muss damit rechnen, dass Gewinne aus einer positiven Entwicklung des Basiswerts durch negative Zeitwerteffekte teilweise oder sogar ganz aufgezehrt werden ko?nnen. Dazu ein Beispiel: Ein „am Geld“ liegender Call-Optionsschein auf eine fiktive Aktie ha?tte bei einem Basispreis von 50 Euro, einer Laufzeit von einem Jahr, einem risikolosen Zins von einem Prozent und einer impliziten Volatilita?t von 30 Prozent einen rechnerischen (fairen) Wert von 6,18 Euro (ermittelt nach dem Black-Scholes-Modell). Nehmen wir nun an, dass die fiktive Aktie um zwei Euro steigt. Dann erho?ht sich der Wert des Papiers unter ansonsten gleichen Bedingungen auf 7,38 Euro. Wa?re der Anstieg der Aktie allerdings mit einem Ru?ckgang der impliziten Volatilita?t von 30 auf 15 Prozent verbunden, dann wu?rde der Preis des Call-Optionsschein auf 4,44 Euro sinken. Obwohl sich der Basiswert in die gewu?nschte Richtung entwickelt hat, ha?tte der Anleger in diesem Fall einen Verlust erlitten. In Phasen hoher Volatilita?ten kann es sich daher anbieten, Call-Optionsscheine zu erwerben, die – anders als im Beispiel – bereits „im Geld“ notieren, also u?ber einen inneren Wert verfu?gen. Denn in diesem Fall wu?rde der Zeitwertverlust infolge einer ru?ckla?ufigen Vola, gemessen am Preis des Optionsscheins, nicht so sehr ins Gewicht fallen. A?nderungen der Volatilita?t ko?nnen aber auch eine Chance beinhalten. Wer zum Beispiel in ruhigen Bo?rsenzeiten einen Put-Optionsschein in Erwartung eines Kursrutsches erwirbt, ko?nnte von fallenden Kursen gleich doppelt profitieren: zum einen von der negativen Entwicklung des Basiswerts, zum anderen von einem steigenden Zeitwert.

U?berraschungen vermeiden

Das Volatilita?tsniveau sowie mo?gliche Vera?nderungen dieser Kennzahl spielen bei Optionsscheinen eine wichtige Rolle. Anleger sollten sich ihrer Wirkung bewusst sein, um keine bo?sen U?berraschungen zu erleben.

Bildnachweis:

  • Shutterstock: Jocic

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Der Beitrag Durchschlagende Wirkung erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

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