Unicredit Kolumne

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Steuer – das ändert sich

25.11.2015

Zum Jahreswechsel treten diverse neue Steuervorschriften in Kraft. Steuerberater Thomas Wagner und Rechtsanwalt Norbert Seidl sagen Ihnen, worauf es unter anderem zu achten gilt.

onemarkets MagazinIdentifikationsnummer

Seit dem Jahr 2007 wird jedem Steuerpflichtigen eine Identifikationsnummer zugeteilt. Es handelt sich dabei um eine lebenslang gu?ltige Steuernummer, die nach dem Willen des Gesetzgebers eine eindeutige Identifikation des Steuerpflichtigen gewa?hrleisten und damit die weitere Automatisierung des Besteuerungsverfahrens ermo?glichen soll. Die Identifikationsnummer wird ausschließlich durch das Bundeszentralamt fu?r Steuern vergeben. Sie besteht aus elf Ziffern ohne Trennstrich und ohne Sonderzeichen (Beispiel: 12 345 678 901) und soll in Zukunft die bisher von Ihrem Finanzamt vergebene Steuernummer ablo?sen. Sie finden Ihre Identifikationsnummer insbesondere auf Ihrem Einkommensteuerbescheid, auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung oder im Informationsschreiben Ihres Finanzamtes. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Mitteilungen der Kreditinstitute an die Finanzbeho?rden ist in nahezu allen Fa?llen auch die Identifikationsnummer der Steuerpflichtigen anzugeben. Aus diesem Grund sind die Banken berechtigt, Ihre Identifikationsnummer bei dem Bundeszentralamt fu?r Steuern abzurufen.

Thomas Wagner, Steuerberater

Thomas Wagner, Steuerberater

Doch nicht immer erhalten die Kreditinstitute von dort die gewu?nschte Auskunft. Ihre Mitwirkung ist daher erforderlich. Wundern Sie sich also nicht u?ber entsprechende Nachfragen Ihrer Bank. Neben den Mitteilungen u?ber die wegen einer Nichtveranlagungsbescheinigung freigestellten Kapitalertra?ge und den sogenannten unentgeltlichen Depotu?bertra?gen (Schenkungen) ist die Identifikationsnummer auch fu?r die U?bermittlung der aufgrund eines Freistellungsauftrags nicht besteuerten Kapitalertra?ge erforderlich. Liegt Ihrer Bank Ihre Identifikationsnummer am 1. Januar 2016 nicht vor, wird ein erteilter Freistellungsauftrag ungu?ltig. Es empfiehlt sich vorsorglich eine entsprechende Ru?ckfrage bei Ihrer Bank.

Kirchensteuer

Seit diesem Jahr fu?hrt Ihre Bank automatisch fu?r Sie die Kirchensteuer auf Ihre Kapitalertra?ge ab, wenn Sie der Abfrage Ihrer Religionszugeho?rigkeit nicht gegenu?ber dem Bundeszentralamt fu?r Steuern widersprechen. U?ben Sie Ihr Widerspruchsrecht bis zum 30. Juni eines Jahres aus, gilt Ihr Widerspruch ab dem Folgejahr, sonst ab dem darauffolgenden Jahr. Ein Widerspruch gilt unbefristet, bis Sie ihn widerrufen. Ihre Bank muss Sie u?ber das Widerspruchsrecht ku?nftig nur noch einmalig informieren. Die ja?hrliche Informationspflicht ist abgeschafft.

Reform der Investment­besteuerung

Nach gegenwa?rtigen Planungen soll ab dem Jahr 2018 eine umfassende Reform der Investmentbesteuerung in Kraft treten. Die bisher steuerbefreiten deutschen Investmentfonds sollen ku?nftig auf deutsche Dividenden und deutsche Immobilienertra?ge 15 Prozent Kapitalertragsteuer bezahlen. Dies wird die Rendite der Investmentfonds negativ beeinflussen. Anleger sollen zwar einen gewissen Ausgleich fu?r die zusa?tzliche Steuer erhalten. Insbesondere Kleinsparern mit Ertra?gen, welche den Sparerpauschbetrag nicht u?bersteigen, droht jedoch eine steuerliche Mehrbelastung. Fu?r den Anleger sollen ab 2018 jegliche Ausschu?ttungen steuerpflichtig sein. Daneben soll eine Vorabpauschale die bisher bekannte Thesaurierungsbesteuerung ersetzen. Beschlossen ist die Reform zwar noch nicht, Anleger sollten die weitere Entwicklung jedoch verfolgen.

Internationaler Steuerdatenaustausch

Norbert Seidl, Rechtsanwalt

Norbert Seidl,
Rechtsanwalt

Wir befinden uns hinsichtlich des Steuerdatenaustausches in einer Phase grundlegender internationaler A?nderungen. Ab 2003 war nur die EU-Zinsrichtlinie relevant. Sie besagt, dass Banken Daten u?ber Zinszahlungen an natu?rliche Personen mit Wohnsitz in einem anderen EU-Staat an den lokalen Fiskus innerhalb der EU u?bermitteln. Das sogenannte FATCA-Regime hat eine neue Dimension ero?ffnet. Mit dem „Foreign Account Tax Compliance Act“ verfolgen die USA konsequent ihr Prinzip, einen US-Staatsangeho?rigen auch in anderen La?ndern der US-Besteuerung zu unterwerfen. Inzwischen setzen mehr als 100 La?nder FATCA u?ber zwischenstaatliche Abkommen mit den USA um. Seit dem 1. Juli 2014 sind faktisch weltweit alle Kunden von Nicht-US-Finanzinstituten von den umfassenden Due-Diligence-, Monitoring- und gegebenenfalls Reporting-Anforderungen betroffen, meistens zuna?chst in Form einer Selbstzertifizierung u?ber den eigenen (Nicht-) US-Status. Erfu?llt ein Kunde ein relevantes US-Kriterium, sind Daten u?ber ihn und sein Konto/Depot an den US-Fiskus zu melden. Im Unterschied zur EU-Zinsrichtlinie betrifft FATCA alle Kunden, das heißt auch sa?mtliche (Kapital-/Personen-) Gesellschaften und sonstige Entita?ten. Nichtkooperation oder Versto?ße auf Kunden- wie Institutsseite werden grundsa?tzlich u?ber einen Steuerabzug von 30 Prozent auf Zahlungen aus US-Quellen geahndet mit Erleichterungen fu?r Kunden und Finanzinstitute in Staaten mit einem FATCA-Abkommen wie Deutschland.

FATCA ist das Vorbild fu?r den „Common Reporting Standard“ (CRS) auf EU- und OECD-Ebene. Dieser Standard tritt zum 1. Januar 2016 in rund 50 La?ndern in Kraft, ab 1. Januar 2017 werden es u?ber 100 teilnehmende Staaten sein. Die Compliance-Pflichten entsprechen weitgehend denen von FATCA. Zentral ist hier die Angabe des Kunden u?ber seine steuerliche Ansa?ssigkeit, gegebenenfalls auch in mehreren Staaten, zwischen denen dann ein multinationaler Austausch von Kunden- und Produktdaten stattfindet. CRS beschra?nkt sich auf den Datenaustausch, es gibt weder fu?r Kunden noch die Finanzinstitute eine Sanktion in Form eines gesonderten Steuerabzuges. Wegen CRS wird die EU-Zinsrichtlinie zum 31.12.2015 abgeschafft – mit wenigen Ausnahmen, etwa fu?r O?sterreich.

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Der Beitrag Steuer – das ändert sich erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

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