Unicredit Kolumne

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Liebesheirat oder Vernunftehe?

22.12.2015

In der Chipbranche ist das Fusionsfieber ausgebrochen. Ju?ngstes Beispiel ist Dialog Semiconductor. Bei Infineon wird noch spekuliert.

onemarkets Magazin„Wir freuen uns u?ber den Nutzen, den diese U?bernahme unseren Aktiona?ren stiften wird“, so kommentierte Dialog-Semiconductor-Chef Jalal Bagherli in einer Pressemitteilung das mehrheitliche „Ja“ der Anteilseigner zum Kauf des US-Wettbewerbers Atmel. Aber la?ngst nicht alle Anleger sind von dem Nutzen u?berzeugt. Im Vorfeld der Hauptversammlung, in der u?ber den Zukauf abgestimmt wurde, hatten einige Aktiona?rsgruppen, allen voran der US-Hedgefonds Elliott Management Corporation, sich o?ffentlich gegen den Zusammenschluss ausgesprochen. In einem offenen Brief verwies Elliott unter anderem auf die hohen Integrationsrisiken. Auch der hohe U?bernahmepreis von 4,6 Milliarden US-Dollar wurde kritisiert.

Schwa?chelnde „Braut“

Der Versuch, die U?bernahme zu torpedieren, scheiterte. Eine u?berraschend klare Mehrheit von 62 Prozent des auf der Hauptversammlung anwesenden Kapitals stimmte fu?r die Transaktion. Dabei erachten selbst Befu?rworter die U?bernahme als nicht frei von Risiken. So war bei Atmel das Gescha?ft zuletzt stark ru?ckla?ufig. Umsatz und operativer Gewinn brachen im dritten Quartal 2015 um 23,5 Prozent beziehungsweise um 68,8 Prozent ein. Und die Mehrheit der Analysten geht derzeit nicht davon aus, dass sich das Gescha?ft so schnell wieder erholen wird (Quelle: Reuters Konsensscha?tzungen). Angesichts dieser eher durchwachsenen Perspektiven sind 4,6 Milliarden US-Dollar ein gewagter Kaufpreis, der auch am Aktienmarkt Unbehagen ausgelo?st hat. Das zeigt der Kursrutsch der Dialog-Aktie in den Tagen nach Bekanntwerden der U?bernahmepla?ne.

Am Tropf von Apple

KorrekturmodusDamit war die Talfahrt aber noch nicht beendet. Denn nur kurze Zeit spa?ter verpasste Dialog den Anlegern mit seinem Bericht zum dritten Quartal einen weiteren Schock, nachdem der Ausblick fu?r das Schlussquartal hinter den Erwartungen der Analysten zuru?ckblieb. Hintergrund ist, das Dialog Semiconductor mit seinen energieeffizienten Halbleitern, die vor allem bei Smartphones eingesetzt werden, auf einem relativ engen Markt mit nur wenigen Kunden aktiv ist. So erzielt das deutsch-britische TecDAX®-Unternehmen – wie aus einer Pra?sentation zur Atmel-U?bernahme hervorgeht – im vergangenen Jahr 79 Prozent seines Umsatzes allein mit dem iPhone-Konzern Apple. Das ist eine extrem hohe Abha?ngigkeit. Das eigentliche Problem aber ist, dass sich auf dem Markt fu?r Smartphones in den kommenden Jahren eine deutliche Wachstumsabschwa?chung abzeichnet. So geht die Marktforschungsgesellschaft IDC davon aus, dass die weltweiten Smartphone-Verka?ufe von 2015 bis 2019 um nur noch durchschnittlich 7,9 Prozent pro Jahr zulegen werden. Zum Vergleich: 2014 wuchsen die Auslieferungen noch um 25,9 Prozent. Verscha?rfend kommt hinzu, dass IDC damit rechnet, dass der durchschnittliche Preis pro Gera?t von 294 US-Dollar im Jahr 2015 auf 236 US-Dollar im Jahr 2019 fallen wird (Quelle: IDC, Worldwide Smartphone Forecast, September 2015). Mit Blick auf diese Szenarien ko?nnte Apple gezwungen sein, den Preisdruck auf seine Zulieferer zu erho?hen und/oder Auftra?ge zu reduzieren. Die Prognosesenkung von Dialog Semiconductor Mitte Dezember machte diese Abha?ngigkeit einmal mehr deutlich und sorgte fu?r einen stattlichen Kursru?ckgang.

Neue Kunden, neue Ma?rkte

Angesichts des hohen Einzelkundenrisikos macht die U?bernahme von Atmel durchaus Sinn. Denn bei einem gemeinsamen Unternehmen wu?rde sich der Umsatzanteil von Apple deutlich reduzieren. Wie aus Dialogs U?bernahmepra?sentation hervorgeht, wu?rde in diesem Fall mit den fu?nf gro?ßten Kunden lediglich ein Umsatzanteil von 45 Prozent erzielt. Gleichzeitig hat es Firmenchef Bagherli auch die Produktpalette von Atmel angetan. Der im kalifornischen San Jose? ansa?ssige Chiphersteller hat sich in erster Linie auf Produktlo?sungen in den Bereichen Microcontroller und Drahtloskonnektivita?t spezialisiert. Und genau damit erhofft sich Dialog, in den kommenden Jahren in Ma?rkte vorzustoßen, die ein hohes Wachstum versprechen. Neben Mobilita?tsanwendungen ist das vor allem das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT). Dem Markforschungsinstitut IDC zufolge lag das Marktvolumen fu?r IoT-Technologie 2012 bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Dieses Volumen ko?nnte den Experten zufolge bis 2020 auf 7,1 Milliarden US-Dollar zulegen. Wegen eines neuen Angebots des Halbleiterherstellers Microchip ist der Deal zwischen Atmel und Dialog Semiconductor allerdings noch offen.

Infineon auf Einkaufstour

Die Nutzung von Synergieeffekten und der Vorstoß in neue Ma?rkte – das sind auch bei Infineon die treibenden Motive, sich nach neuen Partnern umzusehen. Bereits zu Jahresbeginn hat der Mu?nchener Halbleiterkonzern zu diesem Zweck den US-Rivalen Rectifier fu?r drei Milliarden US-Dollar u?bernommen. Anscheinend mit Erfolg: „Wir haben Rectifier erfolgreich integriert“, freute sich Infineon-Chef Reinhard Ploss auf der Jahrespressekonferenz u?ber die gelungene Einbindung. Der Margenbeitrag der erworbenen Aktivita?ten habe den Zielvorgaben fru?her als erwartet entsprochen, so Ploss.

Spekulationen u?ber neuen Deal?

Indes wird an den Ma?rkten daru?ber gera?tselt, ob Infineon demna?chst wieder auf Einkaufstour gehen ko?nnte. Medienberichten zufolge ist das Unternehmen am US-Chipkonzern Fairchild Semiconductor interessiert. Der hat zwar schon ein U?bernahmeangebot von ON Semiconductor in Ho?he von 2,4 Milliarden US-Dollar vorliegen. Allerdings erkla?rte Fairchild ku?rzlich, eine neue, etwas ho?here Offerte im Volumen von knapp 2,5 Milliarden US-Dollar erhalten zu haben. Den Namen des Bieters wollte die US-Firma jedoch nicht nennen, worauf an den Ma?rkten neue Spekulationen daru?ber entbrannten, ob nicht etwa Infineon hinter dem Angebot stecken ko?nnte. Allerdings hu?llen sich die Mu?nchner dazu bislang in Schweigen (Stand: 7. Dezember 2015). Vielleicht auch deshalb, weil sie einer negativen Kursreaktion vorbeugen mo?chten. Viele Bo?rsianer befu?rchten, dass zwei so große U?bernahmen in einem Jahr auch einen relativ großen Player wie Infineon u?berfordern ko?nnten. Wie bei Atmel ist auch bei Fairchild noch nichts entschieden.

Sinnvoller Teilschutz

Weil U?bernahmen immer mit gewissen Kursrisiken verbunden sind, ko?nnte es fu?r Anleger interessant sein, mit HVB Discount Zertifikaten in die Aktien von Dialog Semiconductor oder Infineon zu investieren. Aufgrund des vergu?nstigten Einstiegs bieten diese Produkte einen gewissen Teilschutz. Außerdem ero?ffnen sie die Chance, auch bei stagnierenden Kursen einen Ertrag zu erzielen. Zwei Produktbeispiele finden Sie unten.

Hinweis: Zertifikate sind Schuldverschreibungen des Emittenten. Im Fall einer Insolvenz, also Zahlungsunfa?higkeit oder U?berschuldung, drohen hohe Verluste bis hin zum Totalverlust.

HVB DISCOUNT ZERTIFIKAT
Basiswert Dialog Semiconductor plc.
ISIN/WKN DE000HY9PBG6/HY9PBG
Rückzahlungstermin 24.6.2016
Cap (obere Kursgrenze) EUR 34,-
Bezugsverhältnis 1,000
Discount 15,01 %
Funktionsweise des Produkts; Stand: 7.12.2015; Weitere Informationen unter onemarkets.de/HY9PBG

 

HVB DISCOUNT ZERTIFIKAT
Basiswert Infineon Technologies AG
ISIN/WKN DE000HU08Z42/HU08Z4
Rückzahlungstermin 23.12.2016
Cap (obere Kursgrenze) EUR 12,50
Bezugsverhältnis 1,000
Discount 17,32 %
Funktionsweise des Produkts; Stand: 7.12.2015; Weitere Informationen unter onemarkets.de/HU08Z4

 

Bildnachweis:

  • Fotolia: Ivonne Wierink

Dies ist eine Werbemitteilung. Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

Funktionsweisen der HVB Produkte.

Der Beitrag Liebesheirat oder Vernunftehe? erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

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