Unicredit Kolumne

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Konzernlenker auf Shoppingtour

30.11.2016

Prall gefüllte Firmenkassen und günstige Finanzierungskosten schieben den Markt für Fusionen und Übernahmen an. Wir zeigen, wie Anleger von einem M&A-Boom profitieren können.

onemarkets MagazinSpätestens wenn im Herbst Schokonikoläuse und Lebkuchen in den Supermärkten Einzug halten, packt viele Menschen ein latenter Druck. Sie fangen an, sich den Kopf über die besten Geschenke für ihre Liebsten zu zerbrechen. Ein von der Jahreszeit weitgehend unabhängiger Kaufrausch ist in der Wirtschaft zu beobachten. Rund um den Globus zeigen die Unternehmen starkes Interesse an Fusionen und Übernahmen. Sie investieren immense Summen in solche als Mergers & Acquisitions (M&A) bezeichnete Transaktionen. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Dealogic kletterte der weltweite M&A-Markt 2015 erstmals über die Schallmauer von fünf Billionen US-Dollar. Damit wurde der Vorjahreswert um mehr als ein Drittel übertroffen (siehe Grafik).

Bayer greift tief in die Schatulle

kaufrauschIn den ersten drei Quartalen 2016 flaute der Boom zwar etwas ab. Dealogic taxiert das globale M&A-Volumen auf 2,55 Billionen US-Dollar – knapp 22 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichwohl ließen spektakuläre Megadeals Investoren aufhorchen. Das Werben von Bayer um Monsanto ragt heraus: Am 23. Mai legte der Pharma- und Chemiekonzern eine Offerte für den US-Saatgutriesen auf den Tisch. Allerdings holten sich die Leverkusener mit den je Monsanto-Aktie gebotenen 122 US-Dollar jenseits des Atlantiks zunächst eine Abfuhr. Das Bayer-Management ließ nicht locker und legte scheibchenweise nach. Bei 128 Dollar je Aktie wurden die Amerikaner schwach. Am 14. September unterzeichneten die beiden Unternehmen eine verbindliche Fusionsvereinbarung. Nun müssen nur noch die Kartellbehörden zustimmen.

Mit einem Volumen von 66 Milliarden US-Dollar handelt es sich um eine Ehe der Superlative. Laut Hartmut Krause, Partner der Anwaltskanzlei Allen & Overy, wagte es noch nie zuvor ein Unternehmen, eine derart schwere Übernahme in bar zu stemmen. „Gleichzeitig ist die Transaktion die größte Auslandsinvestition, die ein deutsches Unternehmen jemals getätigt hat“, ergänzt der Rechtsanwalt.

Darüber hinaus sorgt der Megadeal dafür, dass der deutsche M&A-Markt kräftig wächst. Seinen bisherigen Spitzenwert erreichte der heimische Markt für Fusionen und Übernahmen 2014 mit gut 224 Milliarden US-Dollar. „Was das Transaktionsvolumen angeht, kann das Jahr 2016 ein Rekordjahr werden“, meint Krause. Gleichzeitig bringt er ein strategisches Kalkül hinter dem Boom auf den Punkt: „In langsam wachsenden Produktmärkten lässt sich schnelles Wachstum nur durch Unternehmensübernahmen realisieren.“ Zudem sei die Stimmung in den Chefetagen positiv. Viele Konzernlenker würden lieber selber eine aktive Rolle bei der Konsolidierung ihrer Märkte spielen, als von anderen geschluckt zu werden.

Schulden machen für lau

Weitere Triebfedern sind die hohen Kassenbestände vieler Unternehmen sowie das tiefe Zinsniveau. Philip Gisdakis, Head of Credit & Cross Asset Strategy bei der UniCredit Bank AG, verweist auf das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Über die als Corporate Sector Purchase Programme (CSPP) bezeichnete Maßnahme erwirbt die EZB Anleihen von Unternehmen (Nichtbanken). Zum Ende des dritten Quartals beliefen sich die CSPP-Bestände auf knapp 30 Milliarden Euro. Das im Juni gestartete Programm führte dazu, dass die Renditeaufschläge von Unternehmensanleihen gegenüber dem risikofreien Zins stark gesunken sind. Laut Gisdakis profitiert Bayer bei der zur Finanzierung des Monsanto-Deals nötigen Fremdkapitalaufnahme von dieser Entwicklung. „Die nach wie vor ultranied­rigen Finanzierungskosten werden die weltweiten M&A-Aktivitäten weiterhin antreiben“, folgert der Experte.

Für zusätzlichen Schwung könnte China sorgen. Unternehmen aus dem Reich der Mitte zeigen gerade an deutschen Firmen ein starkes Interesse. „Schon im ersten Quartal 2016 hatte das Volumen chinesischer Akquisitionen in Deutschland den Wert des gesamten Vorjahres überstiegen“, weiß Allen?&?Overy-Partner Hartmut Krause. Dabei stand der bisher größte Deal dieser Art noch aus. Am 18. Mai kündigte Midea ein Übernahmeangebot für den Roboterhersteller Kuka an. Der chinesische Haushaltsgerätekonzern war bereit, 115 Euro je Aktie zu bezahlen, womit er das Augsburger Unternehmen mit 4,5 Milliarden Euro bewertete. Zunächst regte sich in der Politik Widerstand. Vor allem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hoffte auf ein Alternativangebot aus Deutschland oder Europa. Letztlich gab die Regierung aber grünes Licht.

Keinen Grund zur Klage hatten Anleger, die rechtzeitig in Kuka positioniert waren. Gegenüber dem letzten Aktienkurs vor der Entscheidung zur Abgabe eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots am 18. Mai zahlte Midea einen Aufschlag von 36,2 Prozent. Wer bereits am 10. Februar Kuka-Aktien hielt, einen Tag später stiegen die Chinesen mit 10,2 Prozent bei dem Technologieunternehmen ein, konnte sich sogar über eine Prämie von 59,6 Prozent freuen. Natürlich erfordert es vom Anleger jede Menge Erfahrung, Zeitaufwand und zudem ein glückliches Händchen, um derartige Chancen auf dem M&A-Markt rechtzeitig zu erkennen.

Systematisches Screening

bilanzAbhilfe versucht hier der Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance Index zu schaffen. Dieser Börsengradmesser zielt auf Unternehmen ab, welche mit einer vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit zum Ziel einer Firmenübernahme werden könnten. Zunächst erfolgt dabei eine Vorauswahl anhand quantitativer Kriterien. Um für den Index infrage zu kommen, muss ein Unternehmen an einer regulierten deutschen Börse gelistet sein und hierzulande seinen Hauptsitz haben. Darüber hinaus schreibt die Methodik eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Euro sowie über einen historischen Zeitraum von drei Monaten ein Aktienhandelsvolumen von mindestens 100.000 Euro vor. Bis hierher ist der Indexspezialist Solactive AG für den Auswahlprozess verantwortlich.

Spezialisten am Werk

Den qualitativen Part übernimmt der Fin­anzen Verlag. Das renommierte Münchner Medienhaus fungiert als Indexberater. Dabei überprüft Börsenprofi Jörg Lang den vorliegenden Fundus systematisch auf wichtige Kriterien. „Neben der Marktstellung spielt die technologische Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens eine wichtige Rolle“, erklärt er. Zusätzlich analysiert Lang die M&A-Affinität der Kandidaten. Hier berücksichtigt der Indexberater die Aktionärsstruktur, die Branchenzugehörigkeit, das Urteil von Analysten sowie bedeutende Kennzahlen. Am Ende der skizzierten Prozedur stehen die 20 Mitglieder des Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance Index. Die Auswahl ist nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr kommt der Index alle drei Monate auf den Prüfstand.

„In der Vergangenheit waren Titel wie Aixtron, Celesio, Gildemeister, Kuka und Rhön Klinikum zeitweise im Index. Einige von ihnen sind inzwischen übernommen worden,“ sagt Lang. Zu den aktuellen Mitgliedern zählt Osram Licht. Anfang Oktober machte der chinesische Halbleiterkonzern San‘an Optoelectronics sein Interesse an dem Unternehmen publik. Demnach habe es bereits Kontakte gegeben, um eine Übernahme oder eine Kooperation auszuloten. Bei einer allfälligen Transaktion dürfte Siemens eine Schlüsselrolle spielen. Der Industriekonzern ist mit 17,5 Prozent an Osram beteiligt.

munda-dealsWährend der Ausgang hier offen ist, bewiesen die Verantwortlichen in der Vergangenheit durchaus ein glückliches Händchen. Gegenüber dem Basis­datum (14. September 2012) steht für den Sol­active® German Mergers & Acquisitions Performance Index eine Wertsteigerung von mehr als 100 Prozent zu Buche. Zum Vergleich: Der HDAX®, in dieser Bench­mark sind die insgesamt 110 Mitglieder von DAX®, MDAX® und TecDAX® ver­treten, legte in diesem Zeitraum um gut 50 Prozent zu. Natürlich ist der historische Verlauf kein Indikator dafür, wie es weitergeht. Angesichts des günstigen M&A-Umfelds hat diese erprobte Strategie allerdings weiter ihren Reiz.

Eine Möglichkeit, auf steigende Kurse beim Solactive® German Mergers & Acqui­sitions Performance Index zu setzen, bietet das HVB Open End Index Zertifikat (WKN HU5JPC). Dieses Produkt ist mit einem Teilhabefaktor von 100 Prozent an den Verlauf der M&A-Auswahl gekoppelt. Es fällt ein Verwaltungsentgelt von 1,0 Prozent p. a. an. Natürlich müssen Anleger mit Verlusten rechnen, falls der Kaufrausch abflaut respektive der gesamte Aktienmarkt sinkt. Außerdem gilt es zu beachten, dass Zertifikate Schuldverschreibungen des Emittenten, hier der UniCredit Bank AG, sind. Im Falle einer Insolvenz, also Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, drohen hohe Verluste bis hin zum Totalverlust.

HVB OPEN END INDEX ZERTIFIKAT
Basiswert Solactive® German Mergers & Acquisitions Performance-Index
ISIN/WKN DE000HU5JPC0/HU5JPC
Rückzahlungstermin Open End*
Teilhabefaktor 100 %
Verwaltungsentgelt p. a. 1,00 %
Briefkurs** EUR 21,12
* Der Emittent, die UniCredit Bank AG, ist berechtigt, das Zertifikat außerordentlich zu kündigen und zum jeweils angemessenen Marktwert zurückzuzahlen.
** Verkaufspreis
Stand: 16.11.2016
Funktionsweise des Produkts finden Sie hier
Weitere Informationen unter: onemarkets.de/HU5JPC

Bildnachweis:

  • Shutterstock: studiostocks

Dies ist eine Werbemitteilung. Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

Funktionsweisen der HVB Produkte.

Der Beitrag Konzernlenker auf Shoppingtour erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

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