Unicredit Kolumne

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AXA – Umbau zeigt Wirkung

24.03.2017

Knapp 200 Jahre reichen die Wurzeln des französischen Versicherungsriesen AXA zurück. Bei der Gründung zum Jahreswechsel 1816/17 konzentrierte sich die „Mutuelle de L’assurance contre L’incendie“, wie die Gesellschaft ursprünglich hieß, auf Brandschutzversicherungen. Inzwischen zählt AXA mit rund 103 Millionen Kunden in 150 Ländern und einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Euro zu den größten Versicherern der Welt. Mehr als 50 Prozent des Gewinns stammen aus dem Vorsorgegeschäft mit Lebens-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie Altersvorsorgeprodukten. Knapp 39 Prozent nimmt der Bereich Schadens- und Unfallversicherung ein. Die Krux ist jedoch: Der Gewinn steigt kaum. Seit September vergangenen Jahres führt Thomas Buberl den Konzern. Kurz vor seinem Amtsantritt legte er bereits einen Strategieplan vor. Schließlich stand AXA wie viele andere Versicherungskonzerne vor großen Herausforderungen.

Konzern im Umbau

Vor allem die niedrigen Zinsen in der Eurozone machten rentables Wirtschaften im Lebensversicherungs- und Asset-Management-Sektor außerordentlich schwierig. Die Rendite zehnjähriger Bundes­anleihen tauchte 2016 zeitweise in den negativen Bereich ab. Inzwischen hat sich die Rendite zwar etwas erholt. Mit 0,4 Prozent – vor Steuern und Inflation – kann von Rentabilität dennoch nicht die Rede sein. Die zweite große Herausforderung stellt die Digitalisierung dar. Einer Studie des Analystenhauses Bain & Company zufolge wollen 80 Prozent der Kunden in den nächsten Jahren einen digitalen Kanal zu ihrer Versicherung nutzen. Gleichzeitig drängen Fintechs in den Sektor und machen den Etablierten ordentlich Konkurrenz.

„Bei 50 Prozent unserer Jobs werden sich die Anforderungen stark verändern“, heißt es in der Präsentation des Managements. Um die Effizienz nachhaltig zu steigern, sind Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen. Auf diese Weise soll die sogenannte Combined Ratio weiter gesenkt werden. Die Combined Ratio ist eine der zentralen Kennzahlen in der Versicherungsbranche. Sie wird aus der Relation von Schadensaufwendungen und Beitragseinnahmen berechnet. Ein Wert unterhalb von 100 Prozent signalisiert, dass die Beitragseinnahmen höher sind als die Ausgaben und der Konzern somit Geld verdient. Buberls Plan zufolge soll die Combined Ratio im Schadens- und Unfallbereich bis 2020 von derzeit knapp 98 Prozent auf rund 94 bis 95 Prozent gedrückt werden.

Neben dem Sparprogramm richtet sich der Fokus auf wachstumsstarke Segmente. Ähnlich wie bei der Konkurrenz aus München soll die Digitalisierung mittelfristig Kosten senken und neue Geschäftsfelder eröffnen. Ist beispielsweise ein persönliches Beratungsgespräch vor Ort nicht möglich oder nötig, kann ein solches künftig auch als Videochat über die Digimap-App auch komplett digital erfolgen. Mit der App „AXA Drive“ können Autofahrer ihren Fahrstil analysieren lassen und einen Bonus von bis zu 15 Prozent erzielen. Mit der App „Auto & unterwegs“ mit Schadenmeldungsfunktion soll die Schadensabwicklung beschleunigt werden. Um das digitale Angebot zu vergrößern, stehen pro Jahr bis zu einer Milliarde Euro für Übernahmen zur Verfügung

Als zweites Wachstumsfeld hat Buberl das Geschäft in Asien im Blick. Bis 2020 will AXA rund 900 Millionen Euro in Asien verdienen. 2016 waren es 588 Millionen Euro. Katalysator des Wachstums soll zum einen der Ausbau der Produktpalette und vor allem die Zunahme der Mittelschicht in der Bevölkerung in Asien sein. Einem Beitrag im „Economist“ vom 9. Juli 2016 zufolge zählt die chinesische Mittelschicht derzeit rund 225 Millionen Personen. Bis 2020 werden die Chinesen die Europäer zahlenmäßig überholt haben. Seit rund sechs Jahren besteht eine Kooperation zwischen AXA und der größten Bank des Landes, der ICBC. Dennoch konnte AXA erst 0,3 Prozent der ICBC-Kunden für sich gewinnen. Nach eigenen Angaben hat AXA durch Kooperationen in Asien Zugang zu über 700 Millionen Kunden. Das Wachstumspotenzial in Asien scheint also für AXA längst nicht ausgeschöpft. Buberls neue Strategie zeigt bereits Früchte. So konnten 2016 bereits 300 Mio. Euro eingespart werden. Der Gewinn 2016 legte zu und die Dividende wird erhöht. Bis 2020 sollen jährlich 2,1 Mrd. Euro eingespart werden.

Fundamental günstig, technisch im Aufwärtstrend

Nach Angaben von Thomson Reuters ist ein Großteil der Analysten von Buberls Strategie überzeugt und somit mittelfristig positiv gestimmt. Zwar hat der Konzernchef bei der Vorstellung seiner Strategie die Wachstumsziele auf drei bis fünf Prozent im Jahr nach unten korrigiert. Das ist nach Einschätzung der Analysten zum Teil bereits eingepreist. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,88 liegt im Bereich des Branchendurchschnitts. Charttechnisch bildet die Aktie von AXA einen mittelfristigen Aufwärtstrend. Auf der Oberseite wird die Luft bei rund EUR 25,50 etwas dünn. Gelingt es dennoch, diese Marke mittelfristig zu über­winden, besteht aus technischer Sicht die Chance auf eine weitere Erholung bis zum Hoch aus dem Jahr 2007 bei rund EUR 35. Unterstützung findet die Aktie dabei im Bereich der 50-Wochen-EMA-Durchschnitts­linie (blaue Linie) bei EUR 21,90. Sackt die Aktie unter dieses Level, droht eine Konsolidierung bis EUR 20.

AXA in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

AXA_Blog
Betrachtungszeitraum: 25.03.2009 – 24.03.2017. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: Bloomberg

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Der Beitrag AXA – Umbau zeigt Wirkung erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).

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