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Elaris: Starkes Jahr 2024 erwartet - Managementinterview

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Der GBC-Analyst Marcel Goldmann hat mit Lars Stevenson, CEO der Elaris AG, über den jüngst erfolgten Börsengang des Unternehmens sowie die Wachstumsstrategie und die Ziele gesprochen.
GBC: Was waren Ihre Beweggründe für den Börsengang (IPO)?
Herr Stevenson: Mit dem Börsengang erhöhen wir unsere Visibilität und unseren Bekanntheitsgrad. Unsere Marktposition als innovatives Unternehmen der Elektromobilität können wir dadurch deutlich ausbauen und einen Beitrag zur globalen Energiewende leisten. Bedarfsgerechte und bezahlbare Elektroautos sind ein wichtiger Faktor für die globale Energiewende. Zudem helfen uns die Sichtbarkeit am Kapitalmarkt und die künftigen Finanzierungsoptionen bei unserer weiteren Wachstumsstrategie.
GBC: Erklären Sie unseren Investoren und Anlegern bitte kurz Ihr Geschäftsmodell und was Sie von anderen E-Mobility-Anbietern unterscheidet (USP)?
Herr Stevenson: Wir wollen ein Treiber sein, um Elektromobilität auch massentauglich zu machen, so dass sich jeder ein gutes Elektroauto leisten kann. Deshalb bieten wir im deutschsprachigen Raum derzeit bereits eine Fahrzeugpalette bestehend aus insgesamt sechs Elektroauto-Modellen vom Kleinstwagen über SUV und Limousine bis hin zum Transporter an. Dabei fokussieren wir uns auf bezahlbare und bedarfsgerechte Elektromobilität und arbeiten mit großen Elektrofahrzeugmanufakturen in China zusammen. Diese produzieren Fahrzeuge im Auftrag von uns, die auf die Anforderungen der europäischen Kundschaft und des hiesigen Marktes angepasst sind. Teilweise nehmen wir auch selbst Anpassungen an den Fahrzeugen vor, besonders im Softwarebereich. Die Modelle sind somit einzigartig. Wichtig ist uns, die Elektroautos zu fairen Preisen anzubieten. Das günstigste E-Auto gibt es schon für weniger als 21.000 Euro (exkl. MwSt.). Eine große Stärke von uns ist unsere Flexibilität und Schnelligkeit. Wir setzen Anpassungen der Modellspezifikationen und -paletten auf Markt- und Nachfrageänderungen zügig um. Den Kunden werden sowohl Reparatur und Wartung der Fahrzeuge als auch der Verkauf von Zubehör über die ELARIS-Partner-Autohäuser zugesichert. Auch über andere Autowerkstätten ist die Wartung von unseren E-Autos selbstverständlich möglich. Vertrieben werden unsere Fahrzeuge derzeit vor allem in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz. Neben dem eigenen Direktvertrieb setzen wir auf ein Partnernetzwerk aus Autohäusern, das stetig ausgebaut werden soll. Im Geschäftsbereich Ladeinfrastruktur bieten wir zudem Ladesäulen und Wallboxes an. Daneben ist die Beratung und Serviceleistung bei der Planung von Ladeinfrastrukturlösungen ein Teil unseres Geschäftsmodells. Unser Ziel ist es, zunehmend Cross-Selling Potenziale zwischen den Bereichen Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur zu heben. Wir sind demnach sehr diversifiziert aufgestellt im Bereich E-Mobility.
GBC: Wie sehen Sie die aktuelle Marktentwicklung im E-Mobility-Bereich? Welche Markttrends lassen sich aus Ihrer Sicht beobachten und mit welcher zukünftigen Entwicklung rechnen Sie?
Herr Stevenson: Die E-Mobilität ist ein starker Wachstumsmarkt. Das belegen auch unterschiedliche Studien. So hat sich zum Beispiel seit der Covid-Pandemie der Anteil der Elektrokraftfahrzeuge in Deutschland an den gesamten Fahrzeugverkäufen verzehnfacht. Je nach Prognose und Studie wird davon ausgegangen, dass 2030 weltweit zwischen 240 Millionen und 250 Millionen Elektrokraftfahrzeuge unterwegs sein werden und damit einen globalen Anteil von 10,0% bis 30,0% erreichen werden. Laut der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency, IEA) müssen die Hersteller außerhalb Chinas in Zukunft erschwingliche, wettbewerbsfähige Optionen anbieten, um eine Massenakzeptanz von Elektrofahrzeugen zu ermöglichen. Durch unsere Zusammenarbeit mit chinesischen OEMs sehen wir uns deshalb gut positioniert.
GBC: Sie sind ein stark wachsendes Unternehmen: Welche konkrete Wachstumsstrategie verfolgen Sie mit ELARIS?
Herr Stevenson: Wir wollen u.a. unsere Vertriebs- und Servicekanäle weiter ausbauen, um dadurch den Absatz zu steigern, den Kundenservice zu verbessern und die Marke am Markt zu stärken. Im Fokus steht dabei insbesondere der Ausbau des Netzwerks von angeschlossenen Autohändlern, die Vertriebs- und Servicepartner für unsere Produkte werden sollen. Wir wollen zudem die Partnerschaft mit Dienstleistern rund um das ELARIS EAuto auf andere europäische Länder ausdehnen, so dass auch die lokalen Distributoren der Marke ELARIS im Ausland von dieser Partnerschaft profitieren und ihren Kunden ein flächendeckendes Wartungsnetz gewährleisten können. Durch gezielte Marketingaktivitäten, z.B. über Social Media, wollen wir unsere Bekanntheit weiterhin erhöhen. Zudem wollen wir im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie weitere europäische Länder erschließen. Im Jahr 2024 planen wir den Markteintritt in Frankreich, Polen und Spanien über lokale Distributoren. Über spezielle Abo-Modelle wollen wir den Zugang zu unseren Fahrzeugen erleichtern. Mit der ELARIS Handy-App beispielsweise könnte jeder Marktteilnehmer ein „Autovermieter“ werden. Die gesamte Abwicklung übernimmt dabei unseren ELARIS World Plattform. Auch ist das erste ELARIS Taxi in Hamburg unterwegs.
GBC: Was können Anleger und Investoren im laufenden Geschäftsjahr von ELARIS erwarten? Welche Umsatzvolumina und Absatzzahlen peilen Sie im aktuellen Geschäftsjahr an? Wird 2024 bereits ein profitables Jahr?
Herr Stevenson: Wir erwarten ein starkes Geschäftsjahr 2024, das getrieben wir durch das anhaltend starke Wachstum am E-Mobility-Markt. Wir werden kurzfristig neue attraktive Modelle mit hoher Verfügbarkeit, hoher Reichweite und günstigen Preisen auf den Markt bringen. Auch wird es beispielsweise einen E-Roller von ELARIS noch 2024 geben. Insgesamt sehen wir 2024 als das erste Jahr, in dem wir beim Umsatz die Früchte unserer strategischen Weichenstellungen in den vergangenen Jahren ernten und in ganz neue Dimensionen vorstoßen können.
GBC: Strebt ELARIS auch zukünftig die Bezeichnung bzw. den Status eines klassischen (inländischen) Automobilherstellers (sog. OEM) an?
Herr Stevenson: Schon im April wird es den ELARIS BEO mit der ELARIS VIN Nummer geben. Wir sind im Wechsel vom OEM zum deutschen Hersteller. Bis zum 3. Quartal planen wir durchgängig alle Fahrzeuge als deutscher Hersteller im Markt zu platzieren.
GBC: Wie sieht Ihre allgemeine Unternehmensvision aus? Wo sehen Sie ELARIS in drei bis fünf Jahren in Punkto Absatzregion, Umsatzlevel und Produktportfolio?
Herr Stevenson: ELARIS will die Elektromobilität als Wertefamilie sinnvoll durch Innovation, kundenorientierte Modelle, Preise und Strukturen mitprägen. Wir kombinieren den Zugang zu effizienten Produktionsmöglichkeiten mit dem Verständnis für die Kundenanforderungen in verschiedensten regionalen Märkten. Durch unsere schlanken Strukturen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind wir flexibel und schnell. ELARIS adressiert ganz klar Europa und Middle-East. Insbesondere durch unser Lizenz-Modell wird ein schnelles Wachstum ermöglicht. Die Produkte können flexibel auf die lokalen Märkte angepasst werden. Eine deutsche Marke hat nach wie vor eine große Strahlkraft. Dass in China gefertigt wird, ist für den Markt nicht wirklich etwas Neues – viele etablierte Hersteller produzieren in China. In fünf Jahren sollen unsere Finanzkennzahlen unserem Anspruch als globales Erfolgsunternehmen der Elektromobilität entsprechen. Als profitables Unternehmen mit sehr dynamisch wachsenden Umsätzen wollen wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre an den nächsten, erfolgreichen Kapiteln der ELARIS-Story beteiligen.
GBC: Herr Stevenson, vielen Dank für das Gespräch.

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