Cenit: Akquisitionen sind Teil der Strategie - Vorstandsinterview

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Der GBC-Analyst Cosmin Filker hat mit Kurt Bengel, CEO der Cenit AG, über die jüngst veröffentlichten vorläufigen Zahlen, die Unternehmensentwicklung und die zukünftigen Aussichten des Unternehmens gesprochen.

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GBC AG: Herr Bengel, das EBIT des vierten Quartals hat sowohl Ihre als auch unsere Erwartungen übertroffen. Was sind die Gründe dafür?

Kurt Bengel: Im Wesentlichen sind es zwei Gründe, die ich hier gerne anführen möchte. Zum einen war es unser stringentes Kostenmanagement, das wir mit Beginn der COVID-19 Pandemie hochgefahren haben, zum anderen unser starkes 4. Quartal mit dem Verkauf eigener Software Applikationen. Speziell im Dezember haben wir ca. 80% der Softwareumsätze des 4. Quartals erzielen können.

GBC AG: Wie bei vielen Software- und Beratungsunternehmen ist auch bei Ihnen das vierte Quartal besonders stark. Was lässt sich aus der positiven Tendenz des vierten Quartals 2020 für das laufende Geschäftsjahr ableiten?

Kurt Bengel: Traditionell ist das 4. Quartal unser stärkstes Quartal. Unsere Erfahrung zeigt, dass einige Kunden-Unternehmen zuweilen zum Ende eines Jahres noch über Investitionsbudgets verfügen. Dies wird dann für Softwareinvestitionen eingesetzt, die wiederum zu unserem Jahresendgeschäft beitragen. Gerade in der aktuellen Zeit, nehmen viele Unternehmen den hohen Stellenwert der durchgehenden Digitalisierung für ihre Geschäftstätigkeit wahr. Unsere Lösungen und Angebote zur Digitalisierung und Automatisierung besitzen eine hohe Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden. Dies kann sich in Zukunft weiter manifestieren. Gleichwohl werden wir auch in 2021 nicht sofort eine Rückkehr zu einem normalen Investitionsverhalten sehen.

GBC AG: Ihr Kundenfokus liegt auf Branchen, die besonders von der Covid-19 Pandemie betroffen waren. Ein Großteil der Umsätze erzielt die CENIT mit Kunden aus dem Automobil- und Maschinenbau sowie aus der Luftbranche. Wie schätzen Sie das aktuelle Branchenumfeld ein?

Kurt Bengel: Wir sind weltweit weiterhin mit der Pandemie konfrontiert. 2021 wird deshalb sicherlich auch ein Geschäftsjahr mit vielen Anstrengungen werden, einige sagen „ein Jahr des Übergangs“. Alle drei Industriebereiche waren und sind stark von der Krise betroffen. Ich glaube im Bereich Aerospace (Zivilluftfahrt) wird es noch Jahre benötigen, bis wir zur „Normalität“ zurückkehren werden. Gleichzeitig beobachte ich mit Sorge auch die von unseren Kunden geschilderte Beschaffungslage bei Halbleitern und Stahl, die in allen 3 Branchen ein kritischer Erfolgsfaktor in 2021 ist.

GBC AG: Gibt es auch CENIT-Kunden, die nicht so stark von der Corona-Situation betroffen waren?

Kurt Bengel: Mir fallen hier spontan zwei Bereiche ein, die wenig bzw. nicht betroffen waren. Der Finanzdienstleistungsbereich und der Bereich Medizintechnik. Während viele Projekte in unseren o.g. drei Hauptbranchen im vergangenen Jahr gestoppt oder verschoben wurden, liefen unsere Beratungsleistungen bei den Finanzdienstleistern quasi ohne Ausfall durch.

GBC AG: Um die Ziele der Agenda „CENIT 2025“ zu erreichen, müssten Sie auch anorganisch wachsen. Wie schätzen Sie das aktuelle Akquisitionsumfeld ein?

Kurt Bengel: Akquisitionen sind eine Säule unserer CENIT 2025 Strategie. Wir überprüfen regelmäßig den Markt, unser Portfolio oder auch die regionale Abdeckung, um unser Wachstum voranzutreiben. Das aktuelle Umfeld schätzen wir nicht besser oder schlechter als vor der Pandemie ein und deshalb gilt es für uns nach wie vor, den „Puls zu fühlen“.

GBC AG: Seit dem letzten Jahr hält ihr neuer Ankerinvestor PRIMEPULSE rund 15 % an der CENIT AG beteiligt. Gibt es auf operativer Ebene einen Ansatzpunkt aus dieser neuen Beteiligung?

Kurt Bengel: Mit PRIMEPULSE sind wir im regelmäßigen Austausch und erläutern in one-to-one Investoren-Gesprächen den Gang unserer Geschäfte und unsere CENIT 2025 Strategie. Auf operativer Ebene gab es bisher keine Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der von PRIMEPULSE getätigten Firmenbeteiligung stehen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

GBC AG: Die Eröffnung eines Standortes in China hatte sich aus den bekannten Gründen verzögert. Gibt es hierzu Neuigkeiten und welche Impulse versprechen Sie sich aus China?

Kurt Bengel: Nach der Corona-bedingten Verzögerung konnten wir Anfang Februar mit der offiziellen Eröffnung unseres Büros in der chinesischen Metropole Suzhou an den Start gehen. Unsere Aktivitäten in China starteten wir wohlgemerkt bereits vor rund vier Jahren. Mit der Etablierung unserer Präsenz in China, möchten wir nun verstärkt chinesische OEM und Fertigungsunternehmen als Kunden in dem Feld Digitale Fabrik akquirieren. Klar im Fokus stehen Aktivitäten rund um die CENIT Software FASTSUITE E2: unsere eigenständige und unabhängige 3D-Simulationsplattform, die Produktionsprozesse für den gesamten Bereich der Digitalen Fertigung abbildet – von Engineering bis hin zur virtuellen Inbetriebnahme.

GBC AG: Besten Dank für das Gespräch Herr Bengel.

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